Arnos Woche

Das Wesentliche

Arno Müller erfährt beim Elternabend Überraschendes

Spezialist schlägt Generalist. Das ist eine alte Geschäftsregel, die genauso für jeden von uns persönlich gilt. Es ist besser, in einer Sache besonders gut zu sein, als in vielen mittelmäßig. Wenn wir ein Restaurant aussuchen, dann gehen wir dorthin, wo es die beste Pizza, das beste Steak oder das beste Sushi gibt. Ein Restaurant bei dem auf der Speisekarte Pizza, Steaks, Döner und Sushi stehen, kann nicht gut sein. Selbst wenn es gegen alle Erfahrungen trotzdem so wäre, dann würden wir es nicht glauben.

Diese Erfahrung mussten über die Jahre auch viele Industrieunternehmen machen, die versucht hatten, ihr Angebot breiter zu machen, indem etwa zusätzlich Firmen gekauft wurden. In den meisten Fällen hat das nicht geklappt und man musste nach hohen Verlusten die neuen Geschäftsbereiche wieder abstoßen.

Auch für unsere persönliche Karriereplanung ist es besser, sich auf eine Sache zu konzentrieren, bei der man eher einer der Besten sein kann, als alles nur ein bisschen zu können. Die Menschen gehen zum besten Friseur, sie beauftragen den besten Schreiner, sein Auto bringt man in die Fachwerkstatt der gefahrenen Automarke.

Die meisten von uns haben das inzwischen gelernt, auch weil sie nur zu oft Lehrgeld bezahlen mussten, wenn man den Generalisten dem Spezialisten vorgezogen hat. Der Generalist mag vielleicht dem ersten Anschein nach billiger sein. Allzuoft ist das Ergebnis aber, dass man doppelt zahlt.

Ich glaube an diese Regel und richte mich persönlich und geschäftlich danach. Eine gute Waffe ist spitz und nicht breit.

Trotzdem hat mich bei einer Elternversammlung in der Schule meines Sohnes ein Vater mit der Aussage geschockt, die das oben erklärte Prinzip zum Inhalt hatte. Er erklärte, dass er seinen Kindern beibringt, sie sollen sich auf Sprachen, Sprachen und nochmal Sprachen konzentrieren, alles andere sei unwichtig. Ich habe nicht das Recht mich in die Erziehung dieses Vaters einzumischen. Ich frage mich nur, was soll es einem Kind bringen, im späteren Leben alles in verschiedenen Sprachen erklären zu können, wenn es nichts gibt, was es erklären kann?