Ausflugs-Tipp

Vom Leopoldplatz durch den Künstler-Kiez

Müllerstraße Ecke Leopoldplatz, da, wo das Herz des Wedding laut und voll Straßenlärm schlägt und deutsche Kaufhausketten mit kleinen türkischen Läden eine seltsam harmonische Einheit bilden, beginnt unser heutiger Stadtspaziergang, der uns durch den namenlosen Künstler-Kiez in Wedding führt.

Los geht es auf dem Leopoldplatz, wo die Alte Nazarethkirche wie ein Ruhepol im bunten Treiben des Viertels wirkt. Erbaut wurde sie vom Berliner Star-Architekten des 19. Jahrhunderts, Karl Friedrich Schinkel. Im Juli 1835 wurde der im typischen Rundbogenstil der Romantik errichtete Ziegelbau, aus heutiger Sicht sehr untypisch für einen Kirchenbau, eingeweiht. Wir laufen weiter durch die von Bäumen umsäumte Nazarethkirchstraße. Sie ist voller kleiner gemütlicher Cafés und Bars und lädt zum kurzen Verweilen ein.

Nun biegen wir in die vom Leopoldplatz aus gesehen zweite Querstraße, die Malplaquetstraße. Auf der Pflasterstein-Straße finden wir mehrere Galerien, unter anderem die „Gallery 5th people project“ und „Koffer“. Ein echter Geheimtipp für alle Naschkatzen befindet sich in der Malplaquetstraße 33. Das amerikanische Café „TassenKuchen“ bietet neben einer gemütlichen Atmosphäre viele landestypische Backwaren wie zum Beispiel Cupcakes.

Am oberen Ende der Malplaquetstraße an der Ecke zur Liebenwalder Straße sehen wir rechts von uns das Karl-Schrader-Haus, benannt nach dem Gründervater der Berliner Baugenossenschaft. Das Haus ist wegen seiner besonders schmuckvoll gestalteten Fassade eines der Highlights des Kiezes. Wir schlendern die Liebenwalder Straße entlang und gelangen links in die Groninger Straße, die wie ein Patchworkteppich verschiedenster Baustile wirkt. Hier biegen wir rechts in die Oudenarder Straße ab. Besonders sehenswert in dieser Straße sind Nummer 30 und 31. Hier wohnen, leben und arbeiten Künstler des „Second Home Project“: Ladenlokale und Wohnungen werden ausschließlich an Kulturschaffende vermietet, dauerhaft und zu bezahlbaren Mietpreisen. Die Werke der Bewohner sind in verschiedenen Ausstellungsräumen zu sehen.

Wir laufen die Oudenarder Straße zurück bis zum Ende und überqueren die Seestraße, um über die Indische Straße zum Schillerpark zu gelangen. Der Park wurde vom Magdeburger Gartenarchitekten Friedrich Bauer von 1909 bis 1913 errichtet, um die „so nötige körperliche und seelische Erholung der Großstadtmenschen“ zu gewährleisten. Ob ihm das gelungen ist, können wir selbst beim Besuch beurteilen. Der Park ist im Originalzustand erhalten und gehört zum Weltkulturerbe.