Kunst

Die Raupe vor laufender Kamera

Ulrike Heise ist die Biologin unter den Künstlern, studiert hat sie allerdings Landschaftsökologie.

Ihre Kunst besteht also aus verschiedenen Versuchsanordnungen, die sich mit (lebendigen) Strukturen beschäftigen. Dabei hat Heise, Jahrgang 1974, mit Atelier in Berlin, ein Faible für Mikroorganismen.

Die filmt sie mit winzigen mikroskopischen Kameras, die etwa die Größe eines Stecknadelkopfes haben dürften. Da sehen wir einen „aufgebahrten“, sezierten Käfer, schmaler noch als die Fingerspitze des kleinen Fingers. Und an der Wand läuft eine riesige Videoaufnahme aus dem Inneren des Käferpräparats. Je tiefer die Kamera in den Organismus eindringt, umso mehr farbige „Landschaften“ öffnen sich. Das sind Parasiten mit Eigenleben, durch das Zoomen entstehen unglaubliche Lichtreflexe und farbige Brechungen. Kurios, aber manchmal ähneln die bewegten Szenen einem hauchzarten Aquarell.

Diese Nahaufnahme von Ulrike Heise ist so spannend, weil wir nicht richtig wissen, wo der Käfer aufhört und der Parasit beginnt. In Raum 2 hat die Künstlerin sich eine Schaufel Walderde genommen und diese nach der „Korngrößensiebung“ kategorisiert. Diese Häufchen, von grob bis fein, präsentiert sie auf einem Regal. Und siehe da: Das Ganze wirkt wie eine Aneinanderreihung skulpturaler Arbeiten.

Galerien: Klosterfelde, Potsdamer Str. 93. Di-Sa 11-18 Uhr. Bis 13. April.