Galerie

Der Engelssturz der schönen Jungs

Die großformatigen Bilder von Norbert Bisky sind sehr bunt und so glühend und leuchtend, als wäre des Malers Pinsel voll auf Droge.

Ein totaler Farbsog, der intensiver kaum sein könnte. Auch die Wände der Galerie Crone sind farbig gehalten, doch die Chemie der Pigmente stimmt. So ist ein räumliches Pop-Tableau entstanden.

Die letzten zwei, drei Jahre reiste Bisky häufiger nach Brasilien. Rio de Janeiro. Sao Paulo. Salvador de Bahia. Seine Impressionen und Gedanken hat er nun in der Werkreihe „Paraisópolis“ festgehalten. Das heißt übersetzt „Paradies“, auch der größte Slam Sao Paulos trägt diesen Namen. In jenem Spannungsverhältnis malt Bisky. Da der grüne Dschungel und das Paradies mit blauem Wasser und noch blauerem Himmel, dort der Absturz, turbulente Straßenszene. Alles dreht sich, verschlingt sich, löst sich auf, wirbelt herum, Menschen wie Knäule.

„Dieuvio“ heißt ein Gemälde, da taumeln drei ineinander verkantete Jungs ins Nichts, das gleicht in seiner modernen Dramatik dem „Engelssturz“ von Rubens. Statt religiöser Symbolik gibt’s Sickpacks des 21. Jahrhunderts. Die Moderne hat halt ihre eigene Kompensation. Bekannt für kräftige Farben war Bisky immer schon, doch unter der heißen Sonne Brasiliens sind sie intensiver geworden. Noch etwas ist hinzugekommen, jetzt wagt sich der 42-Jährige mit seinen fragmentierten Körperwelten ins neue Zwischenreich der Abstraktion.

Galerien: Galerie Crone, Rudi-Dutschke-Str. 26. Di-Sa 11-18 Uhr. Bis 13. April.