Arnos Woche

Gescheitert

Arno Müller über ein misslungenes „Keine-Geschenke-Abkommen“

Letzten Donnerstag war Valentinstag. Dieser Tag hat für mich nichts Persönliches. Es ist eine pauschale Erinnerung daran, dass man vielleicht doch einmal etwas schenken sollte. Das mag ich nicht. Es gibt doch für jedes Paar viele Anlässe und eigene Schlüsseltage der Beziehung, die man zum Anlass nehmen kann, um seinem Partner eine Freude zu machen.

Ich brauche keine Industrie, die mir sagt, dass ich an diesem Tag meiner Frau ein Geschenk machen muss, um ihr meine Liebe zu beweisen. Zum Beispiel jährt sich in dieser Woche unser erstes gemeinsames Wochenende. Das ist ein Datum in unserer Ehe, an das wir uns gerne zurück erinnern. Und ein viel persönlicherer Grund für eine kleine Aufmerksamkeit als ein nichtssagender Tag im Kalender.

Wir hatten also rechtzeitig vor dem Valentinstag vereinbart, dass wir uns aus den oben genannten Gründen nichts schenken. Genutzt hat diese Absprache allerdings nichts.

Mittwochabend nach dem Abendessen stellte meine Frau noch einmal fest: „Ach, morgen ist ja Valentinstag.“ Der versteckte Hinweis machte mich stutzig und ich wiederholte unsere Absprache: „Ja, aber wir hatten besprochen, dass wir uns nichts schenken.“ Stille – und ein enttäuschter Blick plus ein unverständlich genuschelter Kommentar waren die Reaktion.

Was soll das? Warum vereinbart man mit seiner Frau etwas, wenn sie sich dann eh nicht daran hält? Meine Vermutung, dass sie ein Geschenk besorgt hatte, stellte sich natürlich als richtig heraus. Gott sei Dank bin ich nach der Sendung auch noch schnell in die Stadt gefahren, um etwas Kleines zu besorgen. Ich wollte schließlich nicht mit leeren Händen dastehen, wenn sie mir entgegen unserer Absprache ihr Geschenk überreichen würde.

Aber das Ganze ärgert mich. Es gab eine vollkommen einleuchtende Erklärung, eine „Keine-Geschenke-Vereinbarung“ und sogar einen persönlichen Ersatztermin eine Woche später. Also sind Handeln und Denken meiner Frau anscheinend nicht immer kausal miteinander verbunden. Das von der Werbung eingeredete schlechte Gewissen, „Es ist doch Valentinstag, da musst du doch ein Geschenk bekommen – und eines machen“ siegte über jedes logische Anti-Partizipations-Abkommen. Ich habe ihr im übrigen Kinotickets für einen schönen romantischen Valentins-Kino-Abend geschenkt. Am vergangenen Donnerstag lief nämlich „Stirb langsam 5“ in den Kinos an. „Yippie ya yeah, Schweinebacke.“