Kleine Entdeckungen

Ein Obelisk für Carl Friedrich Zelter

„Toleranzstraße“ wurde die Große Hamburger Straße in der Spandauer Vorstadt in Mitte genannt.

Bis die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Toleranzstraße, weil die vielen jüdischen Anwohner seit Jahrzehnten friedlich mit ihren Nachbarn koexistierten. Die barocke evangelische Sophienkirche und ihr Friedhof gehören zu den ältesten Berlins. Wer die Häuserflucht zum zurückgesetzt liegenden Kirchhof durchschreitet, betritt einen geschichtsträchtigen Ort: hier spielen Kita-Gruppen direkt neben denkmalgeschützten Gräbern berühmter Berliner wie des Historikers Leopold von Ranke.

Vorbei an alten, in die Kirchenwand eingelassenen Grabtafeln gelangt man zu einem weiteren Ehrengrab der Stadt, dem von Carl Friedrich Zelter (1758–1832). Der Maurermeister, Komponist und Dirigent war ein Star des Berliner Musiklebens. Seit 1800 leitete er den Chor der Singakademie. Auf Zelters Initiative hin wurde der Neubau der Singakademie, das heutige Gorki-Theater, errichtet und 1827 eingeweiht. Die Singakademie setzte ihm mit dem Obeliskengrab auf dem Sophienkirchhof ein würdiges Denkmal.