Bühnencheck

Stechende Stachelschweine

Gelungen, wie Regisseur Matthias Kitter sowie die Autoren Ralf Linus Höke und Volker Surmann gleich zwei hochaktuelle, brisante Themen im fiktiven Planspiel verbinden, geht es doch in "Gestochen scharf", dem aktuellen Programm der Stachelschweine, um Wahlen und Gentrifizierung. Aber auch um manches Thema, das den Berlinern heftige Kopfschmerzen bereitet, etwa den neuen Großflughafen.

Im aktuellen Stück gründen die Satiriker eine Partei. Dazu muss man sich auf ein Programm einigen. Gar nicht so leicht bei der Riesenauswahl an Missständen im Lande und durchaus divergierenden persönlichen Interessen der immerhin vier Parteimitglieder. Nachdem sie den perfekten Kanzlerkandidaten gegoogelt haben, es kam immer Günter Jauch heraus, haben sie allerdings plötzlich schwere Selbstzweifel, ob sie wirklich als Politiker geeignet sind.

Es macht Spaß, Birgit Edelharter, Kristin Wolf, Holger Güttersberger und Detlef Neuhaus bei ihrem intelligenten Trip durch überraschende Untiefen im Parteiensumpf zuzuschauen. Die vier Charakterköpfe mit dem erfrischenden Galgenhumor erklären auf ihre ganz spezielle Weise, was Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Innersten eigentlich zusammenhält. Absolut sehenswert ist ihre Anatomie eines Shit-Storms. Dazu gibt es originelle Einspieler von Wahlwerbespots aller Parteien, die man so auch gern mal ganz real sehen möchte. Nicht nur, weil sie witzig sind, sondern auch auf wunderbare, entlarvende Weise ehrlich.

Die Stachelschweine Tauentzienstr. 9-12, Charlottenburg, Tel. 261 47 95, Vorstellungen bis 2.2. und ab 19.2. jeweils Di.-Fr. 20 Uhr, Sbd. 18 + 21 Uhr, im Februar sonnabends nur 20 Uhr, Tickets 17-30 Euro, erm. 13/15 Euro