Kleine Endeckungen

Gustav aus Eisen

Ob sich Walter Plathe das verschmitzte Grinsen von Gerhard Rommels Denkmal auf der Potsdamer Straße unweit der Potsdamer Brücke abgeguckt hat?

Der Schauspieler steht als "Eiserner Gustav" bis 6. Januar im Theater am Kurfürstendamm auf der Bühne. Auf dem Mittelstreifen der "Potse" steht das stumme, eiserne, 500 Kilo schwere Abbild des berühmten Berliner Droschkenkutschers Gustav Hartmann samt einem über fünf Tonnen schweren Granitfindling.

Berühmt wurde Hartmann durch seine 2000 Kilometer lange Fahrt von Berlin nach Paris und zurück, zu der er am 2. April 1928 mit einer von einem klapperigen Pferd gezogenen Kutsche aufbrach. Damit wollte er zehn Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges einerseits für ein besseres Verhältnis zwischen den Erzfeinden Deutschland und Frankreichs sorgen. Andererseits protestierte er damit gegen den Niedergang des Pferdedroschkengewerbes durch die in Mode kommenden Automobile. Hartmann, der von seinen Kollegen aufgrund seines eisernen Willens und seiner Pünktlichkeit den Spitznamen "Eiserner Gustav" bekommen hatte, erreichte Paris Anfang Juni, an seinem 69. Geburtstag. Unsterblich wurde er durch Hans Falladas Roman und die Verfilmung mit Heinz Rühmann. Nun macht Plathe den Mann mit dem Zylinder wieder lebendig.

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