Ausflugstipp

Ein Spaziergang auf der Moabiter Insel

Moabit ist eine Insel, umgeben von Spree, Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal und Charlottenburger Verbindungskanal. Von der Nordseite her, an der S- und U-Bahnstation Westhafen, laufen wir in südlicher Richtung entlang der viel befahrenen Putlitzstraße über die gleichnamige Brücke. An einer stillgelegten Haltestelle führt eine Treppe hinab. Hier läuft man, abseits des Verkehrs, bis zur Birkenstraße. Rund um den gleichnamigen U-Bahnhof gibt es einige Lokale, in denen man sich stärken kann. Ansonsten ist der Norden Moabits gastronomisch ziemlich dünn besiedelt. Die typische Berliner Eckkneipe ist hier verschwunden.

Nur wenige Meter weiter in westlicher Richtung (Birkenstraße 35) befindet sich der Schulgarten Moabit, der mittwochs von 15 bis 18 Uhr geöffnet ist und ein umfangreiches Freizeitprogramm bietet. Am Anfang der Siemensstraße, am ehemaligen Güterbahnhof Moabit, wurde kürzlich der "Moabiter Stadtgarten" eröffnet, ein sehr gelungener Spielplatz. In den ehemaligen Bahnhofsgebäuden ist das Zentrum für Kunst und Urbanistik untergebracht, ein multifunktionaler künstlerischer Veranstaltungsraum. Dort gibt es auch Ateliers, die zeitweise an Künstler vergeben werden. Hinter dem Stadtgarten in westlicher Richtung befindet sich eine lang gestreckte Baustelle zwischen Siemensstraße und Bahngelände.

Die Emdener Straße ist eine der für Nord-Moabit typischen engen Wohnstraßen. An der Ecke Wiclefstraße gibt es große Spiel- und Bolzplätze. Die Wiclefstraße mit ihren breiten Gehwegen wirkt im Vergleich zu den engen Wohnstraßen fast wie ein Boulevard. Die Reformationskirche an der Ecke Beusselstraße ist weit mehr als eine Kirche mit Andachten und Gottesdiensten. In der "Refo-Kirche im Kiez" finden auch Kulturveranstaltungen statt.

Westlich der Beusselstraße wird die Wiclef- zur Wittstocker Straße. Nahe der Waldstraße gibt es große, gut besuchte Spielflächen. An der Berlichingenstraße beginnt das Industriegebiet mit der Turbinenfabrik von Siemens. Früher von der AEG betrieben, ist sie noch heute eine Produktionsstätte von internationalem Rang. Imposant sind dort die großen Hallen und das Portal an der Ecke Huttenstraße.

Zurück geht es durch die Rostocker Straße bis zur Sickingenstraße 7/8. Hier steht die so genannte Reformwohnanlage des Warenhaus-Architekten Alfred Messel. Von 1893 bis 1895 errichtet, war die Wohnanlage mit den großen begrünten Innenhöfen ein Gegenmodell zu den benachbarten Mietskasernen. Auf dem Weg zum S-Bahnhof Beusselstraße geht es noch über die Beusselbrücke. Dort hat man einen schönen Blick über den "Bauch von Berlin", den Großmarkt an der Beusselstraße.