Ausflugstipp

Grüner als ihr Ruf - unterwegs durch die Gropiusstadt

Der Bat-Yam- und der Lipschitzplatz am U-Bahnhof Lipschitzallee bilden zusammen so etwas wie das Zentrum der Gropiusstadt, die in diesem Jahr den 50. Jahrestag der Grundsteinlegung feiert. Hier findet sich auch das Gemeinschaftshaus, in dem unter anderem Gastronomie sowie eine Filiale der Stadtbücherei Neukölln untergebracht ist.

Von hier zieht sich in südöstlicher Richtung ein "Grünes Band" durch die Siedlung, eine lang gestreckte Grünanlage. Etwa auf halbem Weg zur Wutzkyallee gibt es ein kleines Wäldchen, das sich im Süden bis zur Landesgrenze erstreckt: Das "Rudower Wäldchen" beziehungsweise das "Vogelschutzgebiet am Wildmeister Damm" * in Rudow. Entlang des Friedrich-Kayßler-Wegs gibt es Bungalows mit Gärten zwischen den Hochhäusern. So grün und ländlich ruhig wie sich hier die Gropiusstadt präsentiert, ist ihr Image bei weitem nicht.

Am U-Bahnhof Wutzkyallee liegt das gerade renovierte und aufgehübschte Einkaufszentrum "Wutzky". Mit etwas Glück kommt man mit einem der Mieter ins benachbarte Hochhaus. Von der 23. Etage hat man einen schönen Blick über die Siedlung und die umgebenden Einfamilienhaus-Siedlungen. Aber es geht noch höher. Im Ideal-Haus * um die Ecke an der Fritz-Erler-Allee 120, das als höchstes Wohnhaus Deutschlands gilt, kann man mit etwas Glück den Blick vom Laubengängen aus dem 29. Stock genießen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite gibt es mehrere Schulen, Jugendeinrichtungen, einen Sportplatz, das Schwimmbad Gropiusstadt und eine Kindertagesstätte. Dieses gesamte Areal soll zu einem grünen Campus umgestaltet werden. An der Ecke Fritz-Erler-Allee und Goldammerstraße weist ein Hinweisschild den Weg zur Jungfernmühle. In der Straße prallen die Gegensätze aufeinander. Auf der einen Straßenseite stehen Hochhäuser, gegenüber findet man ländliche Ein- und Mehrfamilienhausbebauung.

In der Mühle aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die bis 1980 - allerdings zuletzt elektrisch - betrieben wurde, gibt es ein Restaurant. Im Gastraum hängt eine Schwarz-Weiß-Fotografie aus den späten 50er-Jahren, die die älteste Mühle Berlins inmitten wogender Kornfelder zeigt. So sah das hier also einst aus. Die Mühle liegt im Ortsteil "Buckow II". Seitdem die Gropiusstadt 2002 zum eigenen Ortsteil wurde, trennt sie die beiden Teile Buckows.

Über die Hirtsieferzeile und einen breiten Fußweg, durch Häuserzeilen vom Verkehrslärm abgeschirmt, führt ein breiter Grünstreifen Richtung Süden. Am dortigen Ärztehaus gibt es einen Durchgang. Die letzten Meter an der Lipschitzallee führen wieder zum gleichnamigen U-Bahnhof zurück.