Kleine Entdeckungen

Der Erbsenzähler vom Pappelplatz

Wo heute ein Erbsenzähler sitzt, kauften die Berliner früher ein.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts florierte auf dem Pappelplatz gegenüber der von Karl Friedrich Schinkel entworfenen Elisabethkirche an der Invalidenstraße in Mitte ein buntes Markttreiben. Bis die Stadtoberen die Entscheidung fällten, Freiluftmärkte durch die zum Teil bis heute erhaltenen bzw. rekonstruierten Markthallen zu ersetzen.

So entstand einen Steinwurf entfernt in der Ackerstraße die "Markthalle VI", auch als Ackerhalle bekannt. Der Pappelplatz dagegen wurde mit dem Erbsenzählerbrunnen verschönert. Ein plätscherndes Rondell, auf dem ein niemals zu Ende zählender Mann kniet. Was genau er in den Fingern hält, lässt sich letztlich aber nicht genau sagen. Der Schauspieler Erwin Geschonneck wuchs in der Ackerstraße auf und erinnert sich in seinen Lebensberichten auch an den "Geldzählerbrunnen". Seine Großmutter hätte sich oft auf einer der Bänke ringsum ausgeruht, Seite an Seite mit den Arbeitslosen, die sich hier trafen. Die Figur zählte nach allgemeiner Überzeugung der Anwesenden jeden Tag nach, ob die Arbeitslosen-Unterstützung wieder weniger geworden sei.