Unter 20 Euro

Deftig mit Kirchblick

- Dieses Restaurant lässt sich geografisch leicht verorten. "Alois Oberbacher" - das muss bayerische Küche sein. Die wird in der Hauptstadt seit geraumer Zeit gerne alpin interpretiert, will heißen, es gibt auch das Lieblingsgericht der Berliner: das Wiener Schnitzel.

Optisch ist der Ableger des Weihenstephaner vom Hackeschen Markt ein Hingucker. Polierter Sichtbeton, schlichte Wirtshausmöbel und rohe Holzbohlen an einer Stirnwand setzen die Akzente. Wenn das Wetter etwas wärmer ist, sitzt man auf weißem Biergartengestühl an einer Südwest-Terrasse mit herrlichem Blick auf die nach Plänen von Schinkel erbaute Elisabethkirche.

Die Kellnerin, die uns umsorgte, hat nicht immer Dienst. Und das ist sehr schade. Denn so eine aufgeweckte, freundliche und natürliche Bedienung findet man selten. Sie musste uns auch gleich trösten, denn der Krustenbraten mit Dunkelbiersauce, Krautsalat und Klößen (zehn Euro), auf den wir uns schon sehr gefreut hatten, war ausverkauft. Stattdessen wurde ein Wiener Schnitzel von der Abendkarte (19,80 Euro) für zwölf Euro angeboten. Aber wir waren nun mal bayerisch gestimmt und so bestellten wir eine klare Rindsuppe mit Einlage (drei Euro) und Rostbratwürsteln (acht Euro). Die Suppe war würzig und kräftig, mit lockeren Griesnockerl. Die sechs kleinen Rostbratwürstchen kamen mit einer deftigen, dunklen Sauce und gutem Sauerkraut zu Tisch. Nur das Kartoffelpüree schien schon länger zu liegen und enttäuschte durch eine leicht muffige Note. Als Entschädigung gab es Apfelkücherl. Für die Fleischgerichte vom Buchen-Holzkohlengrill kommen wir wieder. Dann wird auch der Krustenschweinebraten probiert.

Alois Oberbacher Elisabethkirchstraße 2, Mitte, täglich 11-24 Uhr, Tel. 47 37 73 05, alois-oberbacher.de

Bewertung

Geschmack * * *

Ambiente * * * *

Service * * * * *

Preis/Leistung * * * *

Gesamt * * * *

Höchstwertung: * * * * *