Ausflugs-Tipp

Noch ist das "Dahlienfeuer" im Britzer Garten zu sehen

Auch im Herbst lohnt sich ein Besuch des Britzer Gartens. Denn die Spätblüher zeigen jetzt ihre ganze Pracht. Der Britzer Garten wurde für die Bundesgartenschau 1985 angelegt, um der damals vom Umland abgeschnittenen Bevölkerung im Süden West-Berlins einen neuen Landschaftspark zu bieten. Mit gepflegten gärtnerischen Anlagen und Natur pur. Besonders sehenswert ist zur Zeit die Sonderschau "Dahlienfeuer". Los geht der etwa sieben Kilometer lange Spaziergang am Haupteingang Buckower Damm neben dem Parkfriedhof Neukölln und unweit der Britzer Mühle. Den Vorplatz ziert die Brunnen-Plastik "Fette Henne" von Rolf Szymanski. Auf der rechten Seite stehen viele Obstbäume. Wer will, kann sich dort Äpfel und Birnen vom Baum pflücken.

Über den Hauptweg gelangt man bis zu der Seelandschaft im Herz der Anlage. Kurz vor dem See ist eine Haltestelle der Britzer Museumsbahn. Auf 600 Millimeter Spurbreite gondeln auch historische Waggons durch den Park. Etwa 50 Minuten dauert die Rundfahrt. Wer will, kann die Tour zwischendurch unterbrechen und später wieder zusteigen. Für Erstbesucher ist diese Rundfahrt unbedingt zu empfehlen, erhalten sie dadurch doch eine Vorstellung von der enormen Größe des Parks.

Vor dem südlichen See biegen wir nach Westen zum Karl-Foerster-Pavillon ab. Dort liegt der 10.000 Quadratmeter große Staudengarten. Sonnenblumen und Rudbeckia strahlen dort mit der Sonne um die Wette. Von den zwölf Rabatten zeigt ein Beet einen blauen Garten. Er ist angelehnt an Karl Foersters Buch "Der Blaue Schatz der Gärten". Gleich um die Ecke liegt der Rosengarten, der auch im Herbst noch einen Abstecher wert ist.

Bis in die 1920er-Jahre war Britz berühmt für seine Rosenzucht. Es existiert sogar eine Sorte mit dem Namen "Rosa britzensis" - Britzer Rose. Sie zählt heute zu den Seltenheiten. Vom Rosengarten führt der Weg in östlicher Richtung über die Hauptbrücke am Haupt- und Östlichen See vorbei zum Kalenderplatz. Dahinter beginnt die Sonderschau "Dahlienfeuer". 10.000 Dahlien in rund 300 Sorten sind entlang des Massiner Weges auf 2200 Quadratmetern zu bewundern. Die bunten Mexikanerinnen erinnern an die leuchtenden Gewänder der Indiofrauen in Rot-, Pink-, Gelb- und Purpur-Tönen. Alexander von Humboldt brachte 1804 von seiner Südamerikareise Samen und Knollen mit nach Berlin und trug dadurch entscheidend zur Ausbreitung der Dahlien in Europa bei.

Auf dem Rückweg ist ein Abstecher zum Café am See in der Mohriner Allee möglich. In Anlehnung an der Park Güell in Barcelona schuf Architekt Engelbert Kremser das Gebäude in Erdarchitektur. Für den 270 Quadratmeter großen und 7,50 Meter hohen Gästeraum wurde ein Erdhügel aufgeschüttet und betoniert. Nach dem Abbinden des Betons wurde die Erde wieder entfernt. Ähnlich entstanden die 44 Meter langen Grotten neben dem Café.