Ausflugs-Tipp

Durch den herbstlichen Schlosspark in Biesdorf

Die Eicheln knacken unter den Schuhen der Spaziergänger, braune Kastanien liegen glänzend in der Sonne.

Die hohen alten Bäume werfen in diesen Tagen ihre Früchte ab. Herbst macht sich breit im Biesdorfer Schlosspark, dem ältesten und größten zusammenhängenden Baumbestand in Marzahn. Angelegt wurde er ab 1868 vom Gutsbesitzer Hans Hermann von Rüxleben, 1887 von Werner von Siemens erworben.

Heute ist man hier mittendrin in der Stadt und doch ganz weit weg von ihrem hektischen Treiben. Begrenzt wird die grüne Oase von der Bundesstraße 1, dem Blumberger Damm und der S-Bahnlinie 5, von der aus wir den Park erreichen. Vom Bahnhof Biesdorf geht es direkt hinein in den etwa 14 Hektar großen Landschaftsgarten.

Der Weg führt vorbei an einem Spielplatz, der nett gestaltet und daher auch meist gut frequentiert ist. Wenig später gelangen wir zur Parkbühne - während der Sommermonate ein gut besuchter Veranstaltungsort. Hier finden Konzerte, das traditionelle Sängerfest sowie Filmvorführungen unter freiem Himmel statt. Außerdem findet jedes Jahr im Frühjahr das Biesdorfer Blütenfest im Schlosspark statt. Wir wandern jetzt jedoch in einem großen Bogen um die Bühne herum und treffen bald auf den imposanten Fontänen-Teich, in dem sich Fische tummeln und an dessen Rand ein Pavillon zum Picknick einlädt. Nur um die entsprechenden Leckereien muss sich der Spaziergänger hier selbst kümmern. Frisch gestärkt kann es dann weitergehen zum Herzstück des Biesdorfer Parkes, dem Schloss, das ebenfalls im Auftrag des besagten Gutsherren 1868 errichtet worden war.

Die sogenannte Turmvilla - ein spätklassizistischer Putzbau - ging 1927 wie das gesamt Gut in den Besitz der Stadt Berlin über. Sein Obergeschoss wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört und später durch ein Flachdach ersetzt. Die Außenhülle ist zwischen 2002 und 2007 denkmalgerecht saniert worden. Heute ist das Schloss Treffpunkt, Begegnungsstätte, Veranstaltungsort und ein Platz für Kreative.

Bevor wir auf einer Allee zurück zum Ausgangspunkt unseres Spaziergangs in Richtung Bahnhof Biesdorf aufbrechen, wenden wir uns noch einem ganz besonderen Ort zu. "Ballspieler und Hunde müssen draußen bleiben", steht am Eingang des Ruhe- und Lesegartens. Das um 1900 als Tennisplatz angelegte Areal ist von Hecken umschlossen. Es herrscht eine geradezu himmlische Ruhe. Ein paar schöne weiße Bänke auf saftig grünem Rasen laden tatsächlich zum Lesen ein und im Sommer lassen die Parkbesucher auf ihren mitgebrachten Decken gern die Seele baumeln.