Kleine Entdeckungen

Die gutmütigen Bären

Von welcher Seite auch immer man es versuchte: Um über die Moabiter Brücke zu gelangen, musste man sich über ein halbes Jahrhundert lang an Furcht einflößenden Bären vorbeimogeln.

Manch einem mag das allerdings noch lieber gewesen sein, als Brückenzoll zu entrichten, was dort üblich gewesen war, bevor der Magistrat die Verantwortung für sie übernommen hatte.

An jedem Ende der 1894 eingeweihten Steinbrücke, die eine ältere Holzkonstruktion ersetzte, stand ein von den Bildhauern Karl Begas, Johannes Böse, Johannes Goetz und Carl Piper naturgetreu nachgebildeter Bär. Mit diesem Skulpturenschmuck versehen, bekam sie von den Berlinern den Namen Bärenbrücke. Doch der Bärenschmuck verschwand im Zweiten Weltkrieg, weil die Bronzefiguren eingeschmolzen wurden. Erst 1981 wurden die imposanten Wächter von einst durch neue Bären-Plastiken ersetzt.

Den Auftrag für die Gestaltung bekam der Künstler Günter Anlauf. Seine vier flachen Bären, die die Passanten nunmehr anblicken, haben etwas äußerst Gutmütiges an sich und wirken trotz ihrer ansehnlichen Größe verspielt und naiv.