Unter 20 Euro

Da lohnt das Warten: Türkisch für Fortgeschrittene

- Es ist lange her, dass es in Berlin feine anatolische Küche gab. Vor vielen Jahren aß man gut im Hitit am Klausener Platz. Seither beschränken sich die türkischen Gastronomen eher auf die Zubereitung von Grillfleisch mit Joghurtsauce. Dem macht das Honça (das "ç" wird wie "ch" gesprochen) ein Ende. Das Wort steht für eine traditionelle Servierplatte mit kleinen Vertiefungen für die Speisen, die mit einer Glocke warm gehalten werden.

Am Ludwigkirchplatz empfängt das Lokal mit breiter, im Sommer geöffneter Fensterfront und Terrasse. Innen bestimmen rohe Backsteinelemente, edles Holz und stilvolle Leuchter das Ambiente. Der schwarz-weiß gekleidete Service ist schnell am Tisch und versorgt freundlich und umsichtig. Obwohl es an diesem Abend mit zu wenig Kellnern und zu vielen Gästen Zeitprobleme bei den Bestellungen gab.

Zuerst wird eine säuerlich-scharfe Gewürzmischung zu gutem Brot und Olivenöl gereicht. Zum Wetter passte ein Glas türkischer Rosé für 5,90 Euro. Etwas Neues sind die Vorspeisen, die frühere Begegnungen vergessen ließen. Ein würziger Salat aus kleingehackten grünen Oliven, Walnüssen und Streifen von eingelegtem Fenchel (6,50 Euro). Feingehackte Petersilie mit einer fruchtig-säuerlichen Granat-Apfel-Vinaigrette (7,50 Euro). Und Zwiebelblätter, die mit Gehacktem von Rind, Lamm, Reis und Walnüssen gefüllt waren (8,50 Euro) und wunderbar bodenständig schmeckten.

Schließlich wurden auf einer Schieferplatte kleine Kartoffeln serviert, die mit knusprig gebratenen Calamaretti und einer Mayonnaise von Cemem, einem rötliches Gewürz aus Anatolien, gekrönt waren. Insgesamt ein unvergessliches Essvergnügen.

Honça Ludwigkirchplatz 12, Wilmersdorf, Di.-Fr. 17-24 Uhr, Sbd./So. 12-24 Uhr, Tel. 95 59 94 34, www.honca.de

Bewertung

Geschmack *****

Ambiente ****

Service ****

Preis/Leistung ***

Gesamt ****