Bühnencheck

Humor al dente

In seinem neuen Programm "Futter - Streng vertraulich", das am Mittwoch in der Ufa Fabrik Berlin-Premiere feiert, enttarnt Philipp Weber manche Lüge der Lebensmittelindustrie, Geheimnisse der Gastronomie und wahrheitsverschleiernde Finessen des verkaufsfördernden Marketings.

Lustvoll räumt er mit Fehlinformationen auf und outet sich als Liebhaber der deutschen Küche. Die muss für ihn sein wie guter Sex: Dreckig und verboten!

Wird Hausmannskost neumodisch geschändet, rastet der Unterfranke aber aus. Zu recht, wenn Steckrüben-Aufschnitt als Carpaccio auf den Tisch kommt, weil man dafür fünf Euro mehr kassieren kann. Noch ärger sei es, wenn eine Haxe nicht mit Kruste serviert wird, sondern als pseudoleichte Pralinés.

Ganz ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit extrem hoher Gagdichte plädiert Weber dafür, gesundheitsfördernde Heilsversprechen der Lebensmittelindustrie kritisch zu hinterfragen und bewusst einzukaufen. Er warnt vor manchem Küchen-Crossover, etwa bayrisch-griechischen Restaurants. Wer will schon "Eisbein Mykonos"?

Dass der preisgekrönte 38-Jährige zu den besten Satirikern seiner Generation gehört, beweist er auch mit seinen ebenfalls mehrfach ausgezeichneten Kollegen Matthias Tretter und Claus von Wagner. Mit ihnen hat er 2004 das Erste Deutsche Zwangsensemble gegründet. Sie sind am 19. September in den Wühlmäusen zu sehen.

Ufa Fabrik Viktoriastr. 10-18, Tempelhof, Tel. 75 50 30. 29.8. bis 1.9. je 20 Uhr, Tickets 19, erm. 16 Euro

( boro )