Ausflugs-Tipp

Vorbei an Lichterfeldes Villen und dem Fliegerberg

Vom S-Bahnhof Lichterfelde Ost führt der Oberhofer Weg zur Lilienthal-Gedenkstätte.

Der Spaziergang geht zunächst vorbei am Oberhofer Platz mit der Petruskirche. Der repräsentative Backsteinbau von 1897 dokumentiert den Aufschwung der Villenkolonie Lichterfelde.

Der Unternehmer Johann Anton Wilhelm von Carstenn entwickelte von 1865 an die Villenkolonie. Er ließ auf eigene Kosten die Bahnhöfe Lichterfelde Ost (Baujahr 1868) und Lichterfelde West (1872) erbauen. Am Oberhofer Weg finden sich noch weitere Häuser aus dieser Zeit: Mit den Nummern 16 (erbaut 1882) und 20-20A (erbaut 1874).

Wir folgen dem Oberhofer Weg weiter bis zur Ecke Draisweg. Dort befindet sich der Eingang zur Lilienthal-Gedenkstätte. Luftfahrtpionier Otto Lilienthal (1848-96) ließ hier aus dem Abraum der benachbarten Ziegelei den knapp 60 Meter hohen Fliegeberg aufschütten, von dem er 1894 seine ersten Flugversuche unternahm. Lilienthal gelangen von diesem Berg aus etwa tausende Flüge, die bis zu 80 Metern weit waren. 1896 verunglückte der Unternehmer tödlich, als er am Gollenberg bei Stölln im Havelland abstürzte. Fritz Freymüller gestaltete 1932 den Fliegerberg zur Lilienthal-Gedenkstätte um - auf der Hügelspitze entstand eine ringförmige Aussichtsplattform. Gleich neben der Gedenkstätte befindet sich der Karpfenteich. Um die Jahrhundertwende diente er als Tongrube, von der die benachbarte Ziegelei ihren Rohstoff bezog. Die Ziegel hatten eine gelbe Farbe und sind noch immer an vielen Häusern in Lichterfelde zu sehen. Vom Karpfenteich führt ein Wanderweg entlang der Spielplätze des Tennisclubs Grün-Weiß in östlicher Richtung bis zur Trippsteinstraße. Dort erreichen wir die Kleingartenkolonie Lankwitz. Entlang der gepflegten Gärten, gelangt man bis zur Dessauer Straße. Linkerhand befand sich einst das Tierheim Lankwitz. An der Ecke Kurfürstenstraße vollziehen wir einen Schlenker nach links, bis zum imposanten Kirchenbau der Mater Dolorosa. Der neugotische Bau in Form einer Kreuzbasilika wurde 1912 eingeweiht. Das katholische Gotteshaus brannte im August 1943 bei einem Bombenangriff vollständig aus. Erst Anfang der 80er-Jahre wurde die alte Form der Kreuzbasilika wiederhergestellt. Über Kies- und Ferdinandstraße erreichen wir wieder den S-Bahnhof.