Ausflugs Tipp

Von der Dorfkirche bis zur Hakeburg in Kleinmachnow

Nach Kleinmachnow gelangt man bequem mit dem Bus 622 von der S-Bahnstation Mexikoplatz oder dem U-Bahnhof Krumme Lanke aus.

Die Fahrt geht bis zur Haltestelle Am Weinberg. Von hier aus beginnt die Tour rund um den Machnower See. Wer will, kann einen Abstecher zur Straße Am Weinberg machen. Dort stehen sich zwei alte Villen gegenüber. Architekt Egon Eiermann - er projektierte den Neubau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche - entwarf 1936 das Backsteinhaus Nummer 5 für den Schauspieler Paul Henckels ("Die Feuerzangenbowle"). Die prächtige Villa daneben mit der Nummer 7 wurde 1906 für den Dorfschullehrer Koch errichtet.

Zurück zum Zehlendorfer Damm: In westlicher Richtung kommt bald die alte Dorfkirche ins Blickfeld. In ihrem Umfeld befand sich die ursprüngliche Siedlung Kleinmachnow. Neben der 1597 erbauten spätgotischen Dorfkirche steht das Medusenportal - einst der Eingang zum Herrenhaus, das sich um 1800 Wilhelm von Hake von David Gilly dort bauen ließ. Es wurde 1943 durch einen Bombenangriff zerstört. Zusammen mit dem Gut Kleinmachnow gehörten die Ländereien zwischen Stahnsdorf und Wannsee mehrere Jahrhunderte zum Rittergut der Familie von Hake. Vom Medusenportal aus folgen wir dem Fontane-Wanderwegweg 5 (F 5) zum Forsthaus. Die Allee führt am Malchower See entlang bis zur Schleuse. Das markanteste Bauwerk am Teltowkanal wurde 1906 durch Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Als einzige Schleuse auf dieser Wasserstraße sorgt sie für den Ausgleich zwischen Oberspree und Havel.

Hinter der Schleuse biegen wir in die Straße Am Hochwald ein. Fast am Ende der Straße liegt auf der linken Seite das Areal der Internationalen Schule. Bevor die Straße links abbiegt, folgen wir rechts dem Wanderweg "Buga 2001", er führt direkt zur Hakeburg. Dietloff von Hake ließ 1906 auf dem Seeberg dieses trutzige Gebäude im neuromanischen Burgenstil errichten. Allerdings überforderte der kostspielige Unterhalt die Möglichkeiten des Bauherren. Hake geriet nach dem Ersten Weltkrieg in wirtschaftliche Schwierigkeiten und verkaufte sein Grundstück an das Reichspostministerium. Nach dem Zweiten Weltkrieg teilweise als Kulturklub genutzt, übernachteten in dem Gästehaus der DDR aber auch hohe Staats- und Parteigäste wie Michael Gorbatschow oder Fidel Castro. Hinter der Hakeburg führt der Weg durch den Wald. Er endet an der Karl-Marx-Straße. Dort finden wir auch eine Haltestelle der Buslinie 622, die nach Berlin zurückfährt.