Kleine Entdeckungen

Monsterkabinett im Keller

Zwischen Tapasbars, Edelschuhläden und Starbucksfilale sticht an der Rosenthaler Straße 39 in Mitte das Haus Schwarzenberg hervor.

Es erinnert noch an die wilden Zeiten Berlins, als im Stadtzentrum reihenweise leer stehende Immobilien von schrägen Künstlern und kreativen Verrückten in Beschlag genommen wurden. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde von einem Verein übernommen.

Die Fassade ist noch nicht auf Hochglanz renoviert und der schmale Hof eine einzige Graffiti- und Streetart-Ausstellung. Biegt man am Ende, zum Beispiel auf dem Weg zum dort angesiedelten Kino Central, um die Ecke, empfängt den Besucher eine riesige metallene Monsterskulptur, eine Art Vogel mit Fliegenrüssel, jederzeit bereit, mit den Flügeln zu schlagen. Dazu wippt er hin und her, schlägt die eisernen Lider auf und nieder und gibt seltsame Geräusche von sich. Sein neben ihm wachender Kollege ist dagegen von der ruhigen Sorte, weil ohne komplizierte Mechanik gebaut. Das sieht jedoch beim Rest der Familie ganz anders aus. Im Keller beherbergt das Haus ein Monsterkabinett, auf das der Augen rollende Hofwächter die Aufmerksamkeit lenken soll, eine ganze Schar von schrillen Kreaturen. Zu denen erhält man gegen einen Obolus Eintritt und darf sich so richtig gruseln. Auch für Kinder ein lohnender Spaß, allerdings nicht für ängstliche, denn es lärmt, pufft und knallt wirklich ganz gewaltig.

( blo )