Kleine Entdeckungen

Denkmal für die Kindertransporte

An Dramatik ist die Geschichte kaum zu überbieten.

Mitten im Gewimmel rund um den Bahnhof Friedrichstraße erinnert seit wenigen Jahren eine bronzene Figurengruppe gegenüber des Taxistandes daran, dass während der Nazizeit von hier aus Züge abfuhren, die Tausende Kinder vor dem Tode retten sollten. Nach dem Novemberpogrom 1938 hatte die jüdische Gemeinschaft in Großbritannien mit ihrer Regierung eine Erlaubnis ausgehandelt, Kindern jüdischer Familien die Immigration aus Deutschland zu ermöglichen.

Für eine kurze Zeit erlaubten die Nazis auch diese Ausreise. Mehr als 10.000 Kinder verließen vom Bahnhof Friedrichstraße aus Deutschland. An sie erinnern zwei hoffnungsvoll nach Westen schauende Figuren. Bildhauer Frank Meisler, der die Skulptur schuf, ist 1939 selbst eines dieser Kinder gewesen. Anderthalb Millionen Kinder aber waren nicht so glücklich und wurden in Konzentrationslagern ermordet. An sie erinnert die zweite Figurengruppe des Ensembles, die verzweifelt Richtung Osten aufbrechen muss. Nur ein Foto ihrer Familie durften die geretteten Kinder bei sich haben. Es war meist das einzige, was ihnen blieb.