Arnos Woche

Im Sommerloch-Zoo

Arno Müller über Kühe, Bären und Krokodile in ländlichen Regionen

Es ist jedes Jahr das gleiche. Woran merkt man, dass es wirklich Sommer ist? An der Tiermeldung in den Zeitungen. Immer in dieser Zeit des Jahres tauchen plötzlich Tiergeschichten aus ländlichen Regionen auf. Erinnern Sie sich noch an Sammy? Mit Sammy ging es 1994 los. Sammy war ein Kaiman, ein kleiner Alligator. Der ist seinem Besitzer abgehauen und in einem See im Rheinland verschwunden. Dann wurde er tagelang von Tauchern und Experten gesucht - kein Mensch konnte mehr in diesem See baden gehen - bis man ihn irgendwann gefunden hatte.

Seit Sammy gibt es eigentlich jedes Jahr im Sommer eine Sommerloch-Tier-Meldung. Killerwels Hugo war 2005 in Sachsen unterwegs. Der soll da einen Dackel in einem See gerissen haben. Daraufhin hat ganz Sachsen diesen Killerwels gejagt bis er schließlich erwischt wurde. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass meine Frau und mein damals fünf Jahre alter Sohn nicht mehr in einem See baden wollten, weil sie Angst davor hatten, dass es auch in Berlin und Brandenburg Killerwelse geben könnte. Eine ähnliche Geschichte hatte man nämlich auch von einem Fisch im Berliner Hundekehlesee erzählt.

Schnappi, die Schildkröte aus Garmisch-Partenkirchen, Bruno, der Problem-Bär aus Bayern mit legendärer Pressekonferenz des damaligen bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, Schwani der Schwan, Yvonne die Kuh und so weiter.

Jetzt haben wir also die erste Tier-Meldung des Sommers 2012. In der Oberpfalz in Bayern ist in einem See angeblich ein Krokodil gesichtet worden. Nach Polizei-Meldungen sind die Angaben glaubhaft. Laut Berichten waren schon 50 Mann vor Ort um das Krokodil zu suchen. Ich denke, spätestens wenn das Krokodil gemerkt hat, wo es da gelandet ist, kommt es freiwillig raus.

Arno Müller ist Programmdirektor von 104.6 RTL und Moderator von "Arno und die Morgencrew" (Montag bis Freitag von 5 bis 10 Uhr)