Unter 20 Euro

Kunst an der Pforte und Kunst auf den Tischen

Ein Brötchen, durch das ein dicker Nagel gebohrt ist. Dazu eine Flasche Vino Nobile, und ein "Reserviert"-Schild.

- Der kleine Tisch am Eingang des Cassambalis ist ein Kunstwerk von Wirt Constantin Cassambalis, dem das Restaurant in Kudamm-Nähe seit vielen Jahren gehört. Der Mann, der vor dem Mauerfall das Fofis mitbetrieb, ist Kunstliebhaber. Das sieht der Gast auch an unzähligen Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen, die hier dicht an dicht an allen Wänden hängen.

Im Grunde ist das gesamte Interieur ein Kunstwerk, sogar die Speisen. Die dafür etwas teurer sind. Fisch und Fleischgerichte liegen deutlich jenseits der 20 Euro, ein Glas 0,1-Liter-Wein kostet schon mal vier Euro. Doch für unter 20 Euro bekommt der Gast köstliche Vorspeisen. Diese werden seit zehn Jahren von einer griechischen Köchin täglich frisch hergestellt.

Das Angebot ist auf einem großen Tisch in der Mitte des Lokals zu sehen. Selbstgemachte Dolmadakia, Weinblätter mit Kräuterreisfüllung, ebenso Rote-Bete-Salat, Tsatsiki, Fischrogencrème und Auberginenpaste. Alles ausgezeichnet und alles nach den Ideen der Köchin und der Verfügbarkeit der Produkte entstanden. Bissfeste, salzige Sardellenfilets mit Kapern, pikant gewürzter Oktopus-Salat, gegrillte Paprika, käuterummantelte Käsekügelchen, kleine Wildschweinwürstchen und dergleichen mehr. Je länger der Gast um den Tisch streift, desto voller wird der Teller. Am Schluss wird gewogen, 100 Gramm kosten 4,50 Euro. Dazu schmeckt hausgebackenes, krustiges Landbrot. Oder die feinen Keftedes, jene Lamm-Rind-Bouletten, zur Saison mit Pfifferlingen (15,50 Euro).

Cassambalis Grolmannstraße 35, Charlottenburg, täglich 12-24 Uhr, Tel. 885 47 47, www.cassambalis.de

Bewertung

Geschmack ****

Ambiente *****

Service ****

Preis/Leistung ***

Gesamt ****

Höchstwertung: *****