Ausflugstipp

Blick hinter die Kulissen des Olympiastadions

Wer durch die Fußball-Europameisterschaft in Polen und in der Ukraine jetzt so richtig Sport-infiziert ist, kann bei einem Besuch des Olympiaparks einen Blick hinter die Kulissen des Sports werfen.

Von der U-Bahnstation Olympia-Stadion ist es nicht weit bis zum Ost-Tor. Deshalb biegen wir von der Rominter Allee in die Hanns-Braun-Straße ab. Hinter dem Pförtnerhäuschen geht es rechts in die nächste Straße hinein. So gelangt man zum Haus des Deutschen Sports. Auf der linken Seite, im Friesenhaus II, befindet sich der Fanshop von Hertha BSC (Öffnungszeiten: 10-18 Uhr). Im Haus des Deutschen Sports dokumentiert Deutschlands ältestes Sportmuseum die Entwicklung der Bewegungskultur und des Sports in Berlin - von den Anfängen der Turnbewegung zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Derzeit sind im Lichthof 100 bisher nicht veröffentlichte oder seltene Bilddokumente der Olympischen Spiele 1936 zu sehen (Mo.-Fr., 10-14 Uhr).

Entlang der Friedrich-Friesen-Allee liegt das Turnerhaus. In ihm sind drei kleineren Sporthallen, Umkleideräume und Büros untergebracht. Das Turnerhaus wird derzeit modernisiert und die große Turnhalle erneuert. Sie diente lange Jahre als Garage für Kraftfahrzeuge der britischen Alliierten. Am Ende der Baustelle biegen wir rechts zum Jahnplatz ab. In dem Innenhof liegt das Schwimmbecken und vor dort ist auch die Pfeilerhalle zu sehen.

Am Ende der von Vereinen genutzten Schwimmhalle folgen wir nach links dem Prinz-Friedrich-Karl-Weg. Er führt an drei Sportplätzen entlang bis zum Squash- und Tennishaus. Dort nehmen wir den Weg in Richtung Maifeld. Leider sind die Zugänge versperrt. So kann man die vier Uhrtürme, die das Feld auf der östlichen Seite begrenzen, leider nicht näher betrachten. Allerdings ist von hier aus der Blick über das 112.000 Quadratmeter große Spielfeld auch sehr schön. Wir gehen den Weg bis zur Hanns-Braun-Straße zurück und folgen dem Wegweiser zum Glockenturm. Der Weg führt an der Waldbühne vorbei, der schönsten Freilichtbühne der Stadt. Legendärste Geschichte der Arena: das Gastspiel der Rolling Stones im September 1965. Nach dem Konzert demolierten Konzertbesucher Sitzbänke und lieferten sich Schlägereien mit der Polizei.

Im Glockenturm ist das Besucherzentrum des Olympiastadions untergebracht. Die Ausstellung des Deutschen Historischen Museums "Geschichtsort Olympiagelände 1909 - 1936 - 2006" informiert auf zwei Etagen über die Spiele von 1936 sowie die Geschichte des Geländes (bis 15. September, 9-20 Uhr). Die Besichtigung des Glockenturms, der Ausstellung und des Olympiastadions kostet 7 Euro. Dafür können Besucher an veranstaltungsfreien Tagen auch auf eigene Faust das Stadion erkunden.