Kino

Sympathisch-harmloses Werk: "Ein Jahr vogelfrei!"

Ob "Ein Jahr vogelfrei!" jetzt einen neuen Modetrend - ähnlich wie "Dirty Dancing" - auslöst, sei dahingestellt.

Sicher ist, dass sich die Produktion allergrößte Mühe gibt, um zur Popularisierung der Vogelbeobachtung beizutragen. Vom Regisseur (David Frankel, der seine gefühlige Mensch-Tier-Kompetenz schon in "Marley & Ich" zeigen konnte) über das Hauptdarsteller-Trio (Steve Martin, Owen Wilson und Jack Black) bis hin zu den herrlichsten Naturaufnahmen aus den entlegensten Teilen des nordamerikanischen Kontinents, die den Discovery-Channel wie ein graues Entlein erscheinen lassen - da wird nicht mit Meisenknödeln gekleckert, sondern geklotzt.

Der deutsche Titel ist etwas irreführend: Die drei Männer, die sich da ein ganzes Jahr Auszeit von ihren Jobs, Frauen und Frustrationen leisten, tun alles dafür, um bloß nicht vogelfrei zu sein. Im Gegenteil: Der silberrückige Unternehmer Stu (Martin), der getriebene Birdwatching-Rekordhalter Kenny (Wilson) und der gescheiterte Nerd Brad (Jack) wollen innerhalb von 365 Tagen so viel Federvieh sehen wie nur eben möglich.

"Ihr Amerikaner müsst aus allem einen Wettbewerb machen", knurrt einmal ein Brite die ehrgeizigen Protagonisten an. Es ist ein selbstreflexiver Scherz, den sich die Komödie erlaubt. Denn in der Tat wirkt das hektisch-kompetetive Arten-Abhaken extrem albern und wird im Abspann noch einmal richtig auf die Spitze getrieben. Für die Vögel interessiert sich der Film freilich auch nicht wirklich. Einmal darf eine Eule einen bedeutsamen Auftritt hinlegen, einmal ein doch sehr digital wirkender Kolibri. Der Rest rauscht an einem vorbei.

Letztendlich ist "Ein Jahr vogelfrei!" ein perfekt berechneter Männer-Marktlückenfilm für die immer größer werdende Gruppe all derer, die nichts mit nervigem Explosionskino anfangen können und sich am Wochenende gerne mal mit ihren Kumpeln in die Natur begeben. Wem der Motorrad-Klamauk "Born to be Wild" zu prollig war und wem in "Sideways" zu viel gesoffen wurde, der dürfte hier richtig sein. Mit Vögeln hat das sympathisch-harmlose Werk nur im ornithologischen Sinn zu tun.

Komödie: USA 2011, 101 Min., von David Frankel, mit Steve Martin, Jack Black, Owen Wilson

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