Kleine Entdeckungen

Erinnerung an die Heldinnen

Zu Hunderten kamen die Frauen, trotz des kalten Winters, und ließen sich nicht beirren.

Lautstark forderten sie die Herausgabe ihrer Männer und Söhne, die man verhaftet und hierher gebracht hatte, weil sie Juden waren. Sie sollten in der sogenannten Fabrikation eingesetzt werden. Zu solchem Engagement gehörte 1943 unglaublich viel Mut. Nach sechs Tagen des Protestes kamen die Männer tatsächlich frei.

Heute erinnert ein kleines Denkmalensemble von Ingeborg Hunzinger aus rotem Sandstein an die Heldinnen der Rosenstraße. Auf den Quadern sind Szenen jener Tage zu sehen, Erinnerung auch an die Macht von Liebe und zivilem Ungehorsam. Das Gestein befindet sich fast genau an der Stelle, an der einst die alte Synagoge Berlins stand.

Kaum zu glauben, dass das von der Rosenstraße eingefasste Plätzchen so versteckt liegt, wenn auch kaum 150 Meter von der Marienkirche entfernt. Vom brausenden Verkehr und den Touristenströmen auf der Karl-Liebknecht-Straße trennt den Ort nur eine Fußgängerpassage.