Kleine Entdeckungen

Rosinenbomber auf freiem Feld

Als Erinnerung an Berlin-Blockade und Luftbrücke ist einer der berühmten Rosinenbomber in Tempelhof noch immer präsent.

Lockt der Frühling in den Park, steht man irgendwann unweigerlich davor. Die Sonne spiegelt sich auf der silbernen Oberfläche. Eigentlich nicht verwunderlich, auf ein Flugzeug zu treffen. Bis 2008 war hier schließlich der Flughafen Tempelhof. Und dennoch erfasst den Besucher unweigerlich ein Schauer: Der Hauch der Vergangenheit ist deutlich an diesem Ort zu spüren.

Die auf dem Vorfeld des Gebäudes geparkte Douglas C54-Skymaster war Teil des Einsatzes während der Luftbrücke. Als Pendant zum 1940 in Betrieb genommenen Verkehrsflugzeug DC-4 diente sie nach Angaben des Deutschen Technikmuseums dem Militär als Langstrecken-Transportflugzeug. Rund 1000 Maschinen wurden militärisch genutzt. Etwa 300 flogen 1948/49 als Rosinenbomber über Berlin. Den Beinamen Rosinenbomber haben die viermotorigen Flieger den Berlinern zu verdanken - in freier Übersetzung aus dem Amerikanischen: "Candy-Bomber". Der durch die Luftbrücke berühmt gewordene "Candy-Pilot" Gail Halvorsen flog die Skymaster 1971 nach Tempelhof zurück. Seit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte gehört das legendäre Flugzeug zum Bestand des Deutschen Technikmuseums.