Unter 20 Euro

Auch Vegetarier sind willkommen

Kurhaus Korsakow: Der Name klingt nach Vorkriegszeit. Aber Retro ist in.

- Mitten im Szenekiez am Boxhagener Platz kultiviert das Kurhaus also bewusst einen angesagt-altmodischen Stil. Stündlich grüßt eine Kuckucksuhr, es gibt einen Raucherbereich, der nicht an Gefängniszellen erinnert, die Bedienung schaut regelmäßig nach den Gästen und die Küche nimmt sich per Notiz auf der Karte das Recht heraus, die Gäste unter Umständen auch einmal warten zu lassen. Man sei schließlich kein Schnellimbiss und bereite alles frisch zu.

Berliner Gerichte und saisonale deutsche Küche stehen auf der Speisekarte. Zusätzlich zum regulären Programm lohnt das wöchentlich wechselnde Angebot. Trotz marinierten Rippchen (11,90 Euro) und Geschnetzeltem vom Charolais-Rind (12,90 Euro) werden Vegetarier nicht mit den üblichen Ausweichgerichten auf Nudelbasis abgespeist. Vielmehr erwarten sie überraschende kulinarische Freuden. Zum Beispiel Bärlauchcreme in der Feige (7,90 Euro) oder überbackene Nuss-Zucchini (10,90 Euro). Der Rhabarber-Gemüse-Eintopf (4,20 Euro) ist ein weiterer vorzüglicher Beweis dafür, dass Tierfreunde willkommen sind.

Die ungewohnte Fruchtnote gefiel bei der klaren Gemüsesuppe mit Möhren, Kartoffeln und Sellerie. Mit Ziegenkäse gefüllte Wirsingpäckchen an roter Spitzpaprika und neuen Kartoffeln sind ebenso wenig alltäglich. Das Auge isst mit und kann nichts aussetzen an der liebevoll verzierten Frühlingskombination aus rot leuchtender Paprika, dunkelgrünem Wirsing und hellgelben Kartoffeln an Sprossen und Feldsalat.

Ein bisschen mehr Würze hätte sein dürfen. Insgesamt jedoch hinterlässt das Mahl einen sehr positiven Eindruck. Und das Ganze wird abgerundet mit einem flüssigen Apfelstrudel im Schnapsglas.

Kurhaus Korsakow Grünberger Straße 81, Friedrichshain, Di.-Fr. ab 17 Uhr, Sbd.+So. ab 9 Uhr, Tel. 54 73 77 86

Bewertung

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