Lange Nacht

Station Bühne

Lange Nacht der Opern und Theater: 57 Spielstätten zeigen über 150 Produktionen

20 Minuten "Hamlet": für die einen eine Erlösung, für die anderen eine Zumutung. Auf jeden Fall aber ist dieser Shakespeare in Häppchenformat ein Experiment. Man darf gespannt sein, wie sich die Schaubühne aus der Affäre zieht, denn am Lehniner Platz hält man sich an einen zeitlich begrenzten Rahmen, ähnlich wie die restlichen 56 Spielstätten der 4. Langen Nacht der Opern und Theater.

Also dann auch ein bisschen "Carmen" an der Komischen Oper, wo Höhepunkte aus Sebastian Baumgartens Neuinszenierung gezeigt werden. Ein fulminanter 35-minütiger Appetizer, wenn man so will. An der Volksbühne wird während der Aufführung des Publikumshits "Die (s)panische Fliege" alle 20 Minuten ein neuer Einlass gewährt. Am Maxim Gorki hat man sich entschieden, aus dem Schauspiel "Gertrud" jede Stunde einen anderen Ausschnitt auf die Bühne zu bringen.

Doch es müssen nicht die großen Werke sein. Bühnenluft schnuppern und angeregt werden kann man auch im BAT-Studiotheater, wo Ernst-Busch-Hochschüler Einblicke in ihre Ausbildung geben, im Grips-Theater, das ein Best-of seiner Produktionen präsentiert, beim Staatsballett Berlin, das zu Tanzlektionen einlädt. Erstmals dabei sind das Theater unterm Turm und die Staatliche Artistenschule Berlin. Oder man lässt sich treiben, fährt per Bus von Szene zu Szene, vom Klamauk in die Tragödie, von der Revue ins Kabarett, von der Lesung zum Konzert. Und ab 24 Uhr abfeiern in der wilden Volksbühne!

Bühne: Infozentrum Volksbühne und Schaubühne. Von beiden Abfahrt der Busse ab 18.30 Uhr im 10- bis 15-Minutentakt. Tel. 47 99 74 74. www.berlin-buehnen.de. Am 28. April, von 19 bis 1 Uhr