Film: Ufo In Her Eyes

Altbacken

Barbara Schweizerhof

Eine Bäuerin und ein Schuldirektor treffen sich außerhalb des Dorfes, legen die Kleider ab und umarmen sich.

Irgendwann danach findet die Frau eine Art Kristall im Acker, hält ihn gegen die Sonne - und von da an ist nichts mehr, wie es war. Eine Kettenreaktion setzt ein: Die Bäuerin meldet im Parteisekretariat des Dorfes, sie habe ein UFO gesehen. Die Parteisekretärin ruft in Peking an. Aus Peking kommen die Medien und andere Offizielle. Im Dorf beginnt man mit dem Bau von Hotels und Parkanlagen zum Empfang weiterer Gäste. Das UFO im Titel dieses chinesischen Films, der mit deutschen Geldern produziert wurde, ist eine Metapher. Es geht nicht um einen exotischen Außerirdischen, sondern um den bösen Kapitalismus, der hier Einzug hält. Das Bild, das Regisseurin Xiaolu Guo (für "She, a Chinese" bekam sie 2009 den Goldenen Leoparden in Locarno) in "UFO in Her Eyes" von der Entwicklung der chinesischen Provinz zeichnet, bietet wenig Neues. Die sich als grotesk verstehenden Überzeichnungen des Einfalls kapitalistischer Kultur in ein Land, wo noch immer der Große Vorsitzende Mao zitiert wird, kommen verblüffend altbacken daher.

Drama: D/China 2011, 110 Min., von Xiaolu Guo, mit Ke Shi, Udo Kier

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