Ausflugs-Tipp

Auf krummen Wegen durch eine herrschaftliche Gegend

Unser Spaziergang beginnt mit einem Kuriosum

An der Brücke des 1904 im Jugendstil erbauten S-Bahnhofs Mexikoplatz entdecken wir ein Wappenschild mit den Buchstaben "KPEV", die Abkürzung steht für Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung. Allein - die Preußischen Eisenbahnen firmierten nie unter diesem Namen.

Der Mexikoplatz ist nach historischem Vorbild zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987 wiederhergestellt worden. Er zählt mit seinen symmetrisch angeordneten Brunnen und der üppigen und farbenfrohen Bepflanzung zu den schönsten Plätzen Berlins. Dazu tragen auch die hochherrschaftlichen Wohn- und Geschäftshäuser mit ihren prächtigen Fassaden bei.

Nach der Überquerung des Platzes biegen wir in die Limastraße ein, die wie alle anderen Straßen in diesem Gebiet nicht gerade, sondern leicht geschwungen verläuft - und damit erst recht zum Flanieren einlädt. Wie auch die anderen Ortslagen im Südwesten Steglitz-Zehlendorfs ist das Gebiet im Zuge des Bahnbaus zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts erschlossen und bebaut worden. Ein wohlhabendes Publikum sollte mit den freistehenden und repräsentativen Bauten angesprochen werden. Zum Konsortium der erschließenden Firmen gehörte die Terrain-Gesellschaft von Guido Henckel von Donnersmarck, der zu dieser Zeit auch die ländliche Gartenstadt Frohnau erschloss. Die Bebauung in Schlachtensee wirkt zwar urbaner als in Frohnau, die blühenden Gärten jedoch und der sich anschließende Grunewald verströmen ebenfalls ländlichen Charme. Wir genießen die Ruhe.

Am Elvirasteig erreichen wir den Schlachtensee. Die in den vergangenen Jahren ausgebaute und erweiterte Fischerhütte bietet neben Hotel und Gastronomie auch einen großen Biergarten, einen Kinderspielplatz und eine Badestelle. Wir biegen links in den rund 5,5 Kilometer langen Uferweg ein, der unmittelbar am Wasser entlang führt. Der Rundweg ist bei Spaziergängern, Joggern und Hundebesitzern gleichermaßen beliebt - und besonders am Wochenende stark frequentiert.

Auf einer Halbinsel liegt der Paul-Ernst-Park, der in diesem Bereich bewaldet ist. Hinter dem Waldstück öffnet sich eine Liegewiese, die in Höhe des S-Bahnhofs Schlachtensee in eine klassisch gestaltete und bepflanzte Parkanlage übergeht. Ein Gedenkstein erinnert an den Namensgeber.

Wir unterqueren die Bahngleise und erreichen die Breisgauer Straße, also die "Hauptstraße" Schlachtensees. Dort finden wir dann verschiedene Restaurants, Cafés und Lokale, die zum Einkehren einladen.