Lohengrin

Drama um Gewalt und Leidenschaft

Lohengrin: Der "wilde Däne" Kasper Holten inszeniert Wagners Oper

Natürlich ist die Oper als eine "romantische" gedacht, dennoch wird sich die Interpretation von Richard Wagners "Lohengrin" durch den dänischen Regisseur Kasper Holten eher an den zynischen Machtritualen unserer Gegenwart orientieren als am mittelalterlichen Kontext der literarischen Vorlage. Holten, Direktor des Royal Opera House in London und ob seiner Regieeinfälle auch schon mal als "wilder Däne" gelobt, stellt mit seiner Inszenierung für die Deutsche Oper die Frage nach den furchtbaren Mechanismen, die den Weg zum Krieg bereiten.

So wandelt sich das Drama in einen Krimi über Sieg und Niederlage, Politik und Manipulation, Gewalt und Leidenschaft. Der in der blutigen europäischen Geschichte so oft so grausam durchexerzierte Wechsel vom Frieden in die bewaffnete Auseinandersetzung gerät hier auch zum Requiem für die Opfer der Kriege. Generalmusikdirektor Donald Runnicles hat die musikalische Leitung übernommen, Marco Jentzsch singt die Titelrolle, Ricarda Merbeth die Elsa von Brabant.

Klassik: Deutsche Oper Berlin, Bismarckstr. 35, Tel. 34 38 43 43. Premiere 15. April, 17 Uhr. Auch 19., 22. 25., 28. April