Film: Nathalie küsst

Unmögliche Liebe

Audrey Tautou spielt als Titelheldin in "Nathalie küsst" eine sexuelle "Großmacht": Sie ist schön, elegant und die erfolgreiche Chefin einer Abteilung in der Pariser Filiale eines schwedischen Unternehmens.

Umso unerklärlicher ist zunächst, dass sie nach jahrelanger verhärmter Trauer um ihren Mann aus heiterem Himmel einen Mitarbeiter küsst. Dieser Markus ist ein bärtiger rucksacktragender Nerd, der unscheinbarste Typ in der Firma und einer der wenigen Schweden, die dort arbeiten.

Auch Nathalie weiß sich zunächst nicht zu erklären, was sie zu ihrem Kuss getrieben hat. Sogar Markus, gespielt von dem Komiker François Damiens aus Belgien, findet das, was mit ihm da passiert, eher beängstigend. "Nathalie küsst" ist eine Arbeit der Brüder David und Stéphane Foenkinos. Eigentlich erfährt man weder über Nathalies noch über Markus' Seelenleben viel. Das lässt ihre unmögliche Liebe noch größer und rätselhafter wirken. Dafür, dass daraus kein reiner Kitsch wird, sorgt das untrügliche Gefühl für Takt und Stil der Filmemacher. "Nathalie küsst" ist so elegant wie seine Titelheldin und voll leisem Witz wie Markus.

Romanze: F 2011, 108 Min., von Stéphane und David Foenkinos, mit Audrey Tautou, François Damiens, Bruno Todeschini

++++-