Best of Berlin

Behüter der Metropole

Ob schräge Zylinderkreationen, Panama-Stil oder extravagante Entwürfe für die Dame: Berliner Hutdesigner bieten Kopfbedeckungen für jeden Geschmack. Eine Auswahl

Kreuzberg: Mit Klebstoff, Jute- und Plastiksäcken

1. Nadel und Faden braucht Moritz Wolfgruber nicht. Er klebt seine Hüte. "Eine Art Sandwich-Konstruktion", beschreibt er seine Methode, die umso stabiler ist, je mehr Schichten er aufbaut. So entstehen in seiner Kreativwerkstatt samt Ladengeschäft vor allem Zylinder, klassisch in der Form, nicht aber vom Material her. Wolfgruber arbeitet mit alten Jutesäcken, designt sie zu neuem Leben. Auch Kaffeesäcke werden bei ihm zur Kopfbedeckung. Traditionell bedruckt mit den Worten crop und cosecha - dem englischen beziehungsweise spanischem Begriff für "Ernte" - erklärt sich so auch der ungewöhnliche Name.

Crop-Cosecha Reuterstr. 52, Neukölln, U7, 8 Hermannplatz, Di.-Fr. 17.30-20, Sbd. 14-18 Uhr, Tel. 0175-629 69 89, www.crop-cosecha.de

Mitte: Das Spiegelbild des Charakters

2. Ob Hüte, Kappen und andere Kopfbedeckungen für den Alltag oder für Feste, mit jedem Modell will Helena Ahonen Persönlichkeit und Charakter des Trägers oder der Trägerin zeigen. "Der Hut darf nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen", ist ihr Credo, vielmehr müsse ein Gleichgewicht herrschen. Die gebürtige Schwedin hat als Kostümbildnerin gearbeitet, bevor sie vor zehn Jahren als Hutdesignerin ihren ersten Showroom eröffnete. Wegen der immer intensiveren Sonneneinstrahlung rät sie, im Sommer den Strohhut zum Modemuss zu erheben.

Helena Ahonen - Hutdesign Fehrbelliner Str. 56, Mitte, Tram M1, 12 Zionskirchplatz, Di.-Do. 12-19, Fr.+Sbd. 12-18 Uhr, Tel. 44 03 36 62, helenaahonen.com

Tiergarten: Neuer Laden für die Kopfputz-Königin

3. Die ungekrönte, und wenn, dann nur durch eine eigene Kreation geschmückte Königin der Kopfbedeckungen hat zwei Gründe zum Feiern. Fiona Bennett, deren extravangante Hüte weltweit getragen werden, verlässt ihr Atelier in Mitte, eröffnet am 28. April wieder ein eigenes, rund 100 Quadratmeter großes Geschäft in der City West. Zudem steht dieses Jahr ein Jubiläum an: Vor 25 Jahren machte sie sich mit ihrem ersten Geschäft in Kreuzberg selbstständig und begann, das Accessoire durch Kreativität neu zu beleben. Natürlich trägt sie immer einen aktuellen Kopfputz, diesen Sommer in Kupfer, Silber, Gold, Weiß oder Schwarz.

Fiona Bennett ab. 28.4.: Potsdamer Str. 81, Tiergarten, U1 Kurfürstenstraße, voraussichtlich: Mo.-Fr. 10-20, Sbd. 11-18 Uhr, Tel. 28 09 63 30, fionabennett.com

Schöneberg: Klassiker aus Ecuador in der Filiale

4. Seit November gibt es Kopfbedeckungen vom Borsalino bis zum Federhaargesteck sowie Caps, Filz- und Panamahüte des Eigenlabels "Feine Hüte Berlin", nicht nur im Kreuzberger Laden (Wiener Str. 60) sondern auch in der neuen Dependance in Schöneberg zu kaufen. "Panamahüte werden aus Palmenblatt-Stroh geflochten, kommen ursprünglich aus Ecuador", erklärt Mitarbeiterin Daniela. Ihr Tipp für den Sommer: kurzkrempige Strohhüte im Zwanzigerjahre-Stil.

Panama Hutgalerie Goltzstr. 38 Schöneberg, U7 Eisenacher Straße, Mo.-Fr. 11-19, Sbd. 11-28 Uhr, Tel. 60 05 64 55, www.panamahutgalerie.de

Charlottenburg: Orange und Pink sind die Sommerfarben

5. Dieser Sommer wird bunt. Auch auf dem Kopf. "Orange und pink", so schickt Susanne Gäbel ihre Kundinnen in die warme Jahreszeit. Die Modistenmeisterin, die seit 14 Jahren Hüte kreiert, setzt in ihrer aktuellen Kollektion auf Sisal-Stroh-Schlapphüte mit breiter Krempe, Blumen-Haarclips und kunstvolle Fascinators, die vor allem durch die royalen Hochzeiten im letzten Jahr richtig populär wurden. Das schmale, schöne Ladengeschäft ist gleichzeitig Atelier, alle Kopfbedeckungen entstehen in aufwendiger Handarbeit. Vis-à-vis eröffnete Susanne Gäbel einen Hut-Salon für Herren.

Salon Hüte & Accessoires Mommsenstr. 69, Charlottenburg, S5, 7, 9, 75 Savignyplatz, Mo.-Fr. 11-18.30 Uhr, Sbd. 11-15 Uhr, Tel. 88 67 64 92, www.hut-salon.de

Mitte: Baumwolle und Bambus auf dem Kopf

6. Auf die "Schlumpfmütze", wie mancher jugendliche Träger sie bezeichnet, muss im Frühjahr und Sommer nicht verzichtet werden. "Die leichten Beanies, also Oversize-Strickmützen, gibt es jetzt aus dünner Baumwolle und Bambus", sagt Caps and Sox-Chef Marco Bartel, in dessen Shop sportliche Kopfbedeckungen für Männer im Fokus stehen. Dazu zählen auch Schiebermützen und Basecaps in helleren Farben - verschiedene Kopfbedeckungen gibt es in Übergroßen (bis Gr. 66). Auch breitkrempige Strandhüte für die Damenwelt sind schon erhältlich.

Caps and Sox Rathausstr. 21, Mitte, U2, 5, 8, S 5, 7, 9, 75, 5Alexanderplatz Mo.-Fr. 11-19, Sbd. 11-18 Uhr, Tel. 26 30 25 11, www.capsandsox.com

Prenzlauer Berg: Ein Geschäft mit Tradition

7. Die wunderschöne, alte Einrichtung aus den 30er-Jahren lässt es schon erahnen: Dieses Hutgeschäft hat Tradition. 1905 eröffnet, wird es seit 14 Jahren von der Modistin Doreen Persche geführt, die im eigenen Atelier Mützen, Melonen und Zylinder fertigt und Kopfbedeckungen namhafter Firmen anbietet. "Viele junge Männer tragen wieder Hut", freut sie sich. Derzeit im Trend bei den Herren, so Doreen Persche, liegen schmalkrempige Modelle und Schiebermützen. "Frauen tragen bei Festen mehr Hut, angesagt sind Fascinators", sagt die Modistin.

Kleemann-Hüte Schönhauser Allee 131, Prenzlauer Berg, U2 Eberswalder Straße, Mo.-Fr. 11-19, Sbd. 11-15 Uhr, Tel. 449 77 20, www.kleemann-huete.de

Neukölln: Die Eleganz der Zwanzigerjahre

8. Verspielte Eleganz wie beim breitkrempigen, mit unechten Himbeeren und olivgrüner Spitze bestückten Strohhut, ist typisch für Ute Schellbach. "Hüte müssen zudem tragbar sein", erklärt die Modedesignerin. Während des Studiums erlernte sie das Filzen, verkaufte ihre ersten Hüte auf Mittelalter-Märkten, bevor sie 1998 ihr erstes Geschäft eröffnete. In ihren Filzkursen kann man eigene Hüte kreieren. Ihre zeitlosen Kollektionen sind von den Zwanzigerjahren beeinflusst. Gerade hat sie eine alte Strohbändchen-Nähmaschine gefunden, mit der sie regentaugliche Strohhüte fertigen will.

Ute Schellbach Bürknerstr. 5, Neukölln, U Schönleinstraße, Di.-Fr 14-19 Uhr, bis 8.5. Do geschlossen, Tel. 61 30 57 58, www.uteschellbach.de

Charlottenburg: Kunstwerke für Männer und Frauen

9. Andrea Curti war eine der ersten Hut-Designerinnen der Stadt. 1995 begann sie mit ihren Kunstwerken für den Kopf und bis heute entstehen sie in hundertprozentiger Handarbeit. Sie entwirft zwei Kollektionen im Jahr, fertigt, ebenfalls für Männer und Frauen, in ihrem farbenfrohen Atelier-Geschäft individuelle Unikate. Für den Sommer hat sie Grün- und Goldtöne, geschwungene Sixties-Formen, leichte Baumwollstoffe, Sisal und Stroh gewählt.

Chapeaux Bleibtreustr. 51, Charlottenburg, S5, 7, 9, 75 Savignyplatz, Mo.-Fr. 10-19, Sbd. 10-16 Uhr, Tel. 312 09 13, www.chapeaux-hutmode-berlin.de