Ausflugstipp

Durchs Diplomatenviertel zum Kulturforum

Vom Bahnhof Zoo führt in nordöstlicher Richtung ein Weg zwischen Zoo und Bahntrasse entlang, von dem wir rechts in den Uferweg am Landwehrkanal einbiegen. Auf einer Fußgängerbrücke queren wir den Kanal und erreichen die Lichtensteinallee, an deren Ende die spanische Botschaft liegt.

Das Gebäude wurde 1938-43 von den Brüdern Walter und Johannes Krüger geplant. Es ist ein Zweiflügelbau mit spitzwinkligem Grundriss und einer abgeschrägten Ecke, in welcher sich der Haupteingang befindet. Erst vor wenigen Jahren wurde ein Bombenschaden, den das Haus im Zweiten Weltkrieg erhalten hatte, ausgebessert. Wir befinden uns dort bereits mitten im Diplomatenviertel zwischen Landwehrkanal und Kulturforum.

An der nahen Rauchstraße passieren wir die georgische Botschaft und erreichen hinter der Stülerstraße erst Syriens Repräsentanz und dann die nordischen Botschaften, die auf einer großen Tafel zum Eintreten ermuntern. Im Foyer gibt es wechselnde Ausstellungen, im Obergeschoss steht eine Cafeteria auch Besuchern offen. Wahrzeichen der nordischen Botschaften ist ein 15 Meter hohes, türkisfarbenes Kupferband, das die einzelnen Gebäude in wellenähnlichen Schwüngen umschließt und zusammenfasst. Es besteht aus rund 4000 Lamellen, ist fast 230 Meter lang und soll das Gefühl der Zusammengehörigkeit der verschiedenen beteiligten Länder Schweden, Dänemark, Finnland und Island nach außen hin symbolisieren.

Geradeaus liegt das katholische Canisius-Kolleg, daneben an der Köbis- und der Clara-Wieck-Straße entsteht ein Luxus-Wohnquartier. Rechterhand am Landwehrkanal residiert in der Von-der-Heydt-Villa die Hauptverwaltung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, daneben das Bauhaus-Archivs.

Dort ist noch bis zum 10. Juni die Ausstellung "Stühle ohne Beine" zu sehen, die sich mit dem klassischen "Freischwinger" auseinandersetzt. An der Hiroshimastraße reihen sich Botschaften und Landesvertretungen. Der Altbau der griechischen Vertretung wird renoviert, ein moderner Erweiterungsbau entsteht daneben. Das Ensemble des krisengeschüttelten Landes wirkt deutlich bescheidener, als der mächtige Neubau der Botschaft der Türkei um die Ecke an der Tiergartenstraße. Im Diplomatenviertel gibt es nur noch wenige Brachen, deren Bebauung jedoch laut neusten Stadtplänen schon projektiert ist. Von der Tiergartenstraße biegen wir in die Stauffenbergstraße ein, nahe dem Kulturforum am Potsdamer Platz. In der Mitte des Verlaufs der Stauffenbergstraße ist ein moderner Hotelkomplex entstanden, direkt gegenüber des Bendlerblocks mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Neben dem Eingang kündigt eine große Tafel die Erweiterungsbauarbeiten des zweiten Dienstsitzes des Bundesministers der Verteidigung an. Die sehr sehenswerte Ausstellung im dritten Stock ist leider nicht barrierefrei erreichbar.

An der Ecke Reichpietschufer steht das denkmalgeschützte Schell-Haus, das als eines der bedeutendsten Bürohäuser der Weimarer Republik gilt. Daneben befindet sich das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, das zur renommierten Leibniz-Gesellschaft gehört und Altbau und moderne Architektur in bemerkenswerter Weise kombiniert. Über eine Parkplatzzufahrt direkt daneben kommt man zum Matthäikirchplatz und zum Zentrum des Kulturforums. Im Hauptgebäude an der Piazzetta gibt es eine große Cafeteria. Um den Spaziergang abzurunden, bietet sich noch ein Bummel über den Potsdamer Platz mit seinen zahlreichen Restaurants und Bars an. Hier sind wir am Ziel unseres heutigen Spaziergangs angelangt.