Ausflugs-Tipp

Vom Rathaus Steglitz zum Rathaus Lankwitz

Startpunkt unseres Ausflugs ist der S-Bahnhof Rathaus Steglitz. Dort, wo heute der Kreisel mit seinem 119 Meter hohen Büroturm steht, befand sich einst das Dorf Steglitz.

Über den südlichen Ausgang des Bahnhofs erreichen wir die Mittelstraße. Entlang der Strecke sind noch einige alte Villen zu sehen. Sie stammen aus der Zeit um die Jahrhundertwende, als mit der Eröffnung des Bahnhofs zwischen Albrecht- und Breite Straße die Kolonie Neu-Steglitz entstand. Die Namen Heese- und Plantagenstraße in der näheren Umgebung erinnern an die einst hier ansässige Heesesche Maulbeerplantage.

Auf der Mittelstraße verbindet ein Fußweg den S-Bahnhof mit der Breite Straße. Hier biegen wir rechts ein. Das gelbe Klinkerhaus mit der Nummer 37 wurde 1883 von Robert Schmidt errichtet - eine Zeit, als um den Bahnhof herum eine Villenkolonie entstand. An der nächsten Kreuzung folgen wir der Leydenallee in südlicher Richtung. Das 1875 entstandene Haus mit der Nummer 47 und der Garten dort stehen unter Denkmalschutz. Im Haus 56 war bis 1932 eine Mädchenschule untergebracht. Eine Gedenktafel erinnert an die Leiterin Lucie Kühn. An der Klingsorstraße biegen wir rechts ab. Im Haus Klingsorstraße 21 wohnte bis 1927 der Maler Ernst Wilhelm Nay, im Haus Nummer 27 der Dichter Hans Benzmann.

In Höhe der Barsekowstraße liegt linkerhand der Eingang zum Stadtpark Steglitz. Er wurde zwischen 1906 bis 1914 vom damaligen Gartendirektor Fritz Zahn und dem Gartenbauinspektor Rudolf Korte als Landschaftspark auf teils sumpfigem Gelände angelegt. Vom Sumpf zeugen heute noch mehrere Teiche. Im größten davon befindet sich eine Skulptur mit zwei Seehunden, 1975 von Rose-Marie Stiller geschaffen.

Wir verlassen den Park in südlicher Richtung. Über die Straße Am Eichgarten erreicht man den Teltowkanal, an dessen Uferweg wir bis zur Albrechtstraße gehen. An der Karl-Lange-Brücke überqueren wir den Kanal und folgen links dem Edenkobener Weg bis zur Eisenbahnbrücke. Hinter dieser Brücke führt ein schmaler Weg zwischen S-Bahntrasse und der Kleingartenanlage Weinviertel bis zum Bernkastler Platz. Den Pavillon dort, auch "Käseglocke" genannt, hat Gemeindebaurat Fritz Freymüller in den Jahren 1913-14 errichten lassen. Der Pavillon war damals am Eingangstor eines von der Gartenstadt Lankwitz angelegten großzügigen Parks zu finden. Der zeugt ebenso wie das benachbarte, ansehnliche Rathaus Lankwitz von einer Zeit, als es hier wirtschaftlich aufwärts ging. Wir überqueren die Leonorenstraße und erreichen das Ziel unseres Spaziergangs, den S-Bahnhof Lankwitz.