Kleine Entdeckungen

Forsche Frühlingstöne am Burgwehr

Die Hakeburg liegt nicht in Berlin. Aber fast. Nur einige Hundert Meter trennen das mächtige Gebäude in Kleinmachnow von der Landesgrenze.

Das Innere der 1908 auf alten Grundmauern im neoromanischen Stil errichteten Burg - sie gehört der Vivaro GmbH - ist ungenutzt. Dächer, Giebel und Umgebung sind es nicht. Wo einst derer von Hake residierten, dann NS-Forscher und später DDR-Regierungsgäste, strotzt Leben pur. Greifvögel kreisen über Baumspitzen, Singvögel zetern in hohen Tönen. Überlebenskampf am Burgwehr. Sind Sperber und Bussard verschwunden, erklingt Frühlingsgezwitscher. Der Buchfink macht sein "djüb djüb", die Blaumeise ihr "zizi-sürrrr", und die Kleiber tönen "witwitwitwit". Vermutlich können sich jetzt nur Ornithologen den echten Gesang vorstellen. Auch hörend die Klangspur eines Vogels herauszufiltern - war es die Lerche oder die Nachtigall? - ist für Laien eine Herausforderung. "Merken sie sich jedes Jahr einen Vogel und seinen Gesang, dann kommt mit der Zeit auch was zusammen", lautet Derk Ehlerts Rat. Er führt für den Naturschutzbund Nabu durch Berlin und Umgebung. Wer zuhause bleibt: Vogelstimmen kann man online oder per App bestimmen. Aber die Hakeburg wirkt nur in echt.