Unter 20 Euro

Meist riecht es besser als es schmeckt

Massive, kantige Olivenholz-Tische ohne Tischdecken bestimmen das Ambiente des Gusto nahe der Charité. Von der Kochstation mit Pizzaofen und Herd zieht leckerer Duft zu den Gästen. Eigentlich gute Vorraussetzungen. Doch den Fernseher im Weinregal hatten wir dummerweise zunächst übersehen.

Ausgestrahlt wurde ein zupackender Adriano-Celentano-Film. Das alles störte beim Essen doch ganz erheblich.

Mittags werden im Gusto preiswerte Tagesgerichte angeboten. Angenehm fällt das knusprige, rustikale Pane auf. Das Stangen-Landbrot wird alle paar Stunden frisch gebacken und schmeckt gut. In der Qualität zwei Stufen schlechter war die Erbsencremesuppe (3,60 Euro), die vom Kellner knapp über lauwarm gebracht wurde. Der freundliche Mann bot sofort an, sie aufzuwärmen. Statt Pizza wäre das Schweinemedaillon in Marsala-Sauce wohl die bessere Bestellung gewesen. Es wurde am Nachbartisch zufrieden kommentiert.

Aber die Pizza mit Tomatenscheiben las sich zu verführerisch. Von der Tomate fanden sich dann aber gerade mal zwei dünne Scheiben auf dem Teig, der Rest sah sehr nach Dose aus. Die Menge der frischen Champignon-Stückchen war erschreckend klein, sie stammte von höchstens anderthalb Pilzen, dazu gab es vier Sardellen (7,70 Euro). Das ist eindeutig zu wenig. Passabel war der Hauswein für zwei Euro je 0,1-Liter-Glas, lobenswert die Wasserpreise von 3,90 Euro für den dreiviertel Liter.

Interessant wurde es bei einem Ausflug an die Vitrine: Der Koch aus Kampanien rollt golfballgroße, grüne Spinatkügelchen mit Parmesan und serviert sie mit Salbei und Buttersauce als Strangola-Preti (9,50 Euro). Das heißt auf Deutsch "Priesterwürger". Der Name entstand, als Priester diese Speise während der Fastenzeit aßen und dabei würgen mussten, weil ein Stückchen in den Hälsen kleben blieb.

Gusto Luisenstraße 49, Mitte, Mo.-Süd. ab 10 Uhr, Tel. 27 59 54 40, www.gustoberlin.de

Bewertung

Geschmack ***

Ambiente **

Service ****

Preis/Leistung ****

Gesamt ***

Höchstwertung: *****