Best of Berlin

Das süße Leben

Ob Schokolade, Bonbon oder Butterkeks - an Spezialgeschäften für kalorienreiche Versuchungen mangelt es in Berlin nicht. Besonders günstig wird es beim Werksverkauf. Eine Auswahl

Kreuzberg: Mehr als 400 Sorten Lakritze

1. Ilse Böge ist ein Lakritztyp. Sie liebt den schwarzen Stoff. Egal ob süß, salzig, oder, wie derzeit im Trend, chili-scharf. Die gebürtige Ostfriesin kennt die Nascherei aus dem Extrakt der Süßholzwurzel seit ihrer Kindheit. Mehr als 400 Sorten bieten Ilse Böge und ihr Ehemann an. Und es kommt ständig Neues hinzu, etwa handgefertigte Lakritze aus Schweden. Um die Hauptstadt flächendeckend mit Lakritze zu versorgen, gibt es auch auf den sonnabendlichen Wochenmärkte am Winterfeldtplatz, Kollwitzplatz und Hackeschen Markt Kadó-Stände.

Kadó Graefestr. 20, Kreuzberg, U8 Schönleinstraße, Di.-Fr. 9.30-18.30, Sbd. 9.30-15.30 Uhr, Tel. 69 04 16 38

Friedrichshain: Edle Tartes und Trüffelkonfekt

2. Die Entscheidung fällt schwer: Tartufo nero oder Tarfufo bianco mit Haselnüssen? Oder statt italienischem Trüffelkonfekt für 70 Cent die Kugel doch lieber eine Tafel englische Bio-Schokolade mit Meersalz, eine Tafel Vollmilchschokolade mit Holunderblüten oder Himbeer-Knallbrause-Mix? Im Geschäft von Olivia Kaufmann hat man die süße Qual der Wahl. Am besten entscheidet man sich in Ruhe: mit einer Tasse heißer Trinkschokolade und einem Stück hausgemachter Dreierlei-Schoko-Tarte auf einem der zehn weißen Stühle auf dem Bürgersteig.

Olivia Schokoladen & Tartes Wühlischstr. 30, Friedrichshain, U1, S3, 5, 7,9, 75 Warschauer Straße, Mo.-Sbd. 10-19, So. 12-18 Uhr, Tel. 60 50 03 68, www.olivia-berlin.de

Charlottenburg: Marzipan in Handarbeit

3. Von wegen Hohlkörper. Bei Ralf Bentlin werden Osterhasen aus Marzipan nach alten Familienrezepturen gefertigt. Sie bestehen aus dem edlen, auf weniger Zucker und mehr Mandelmasse setzenden Königsberger Marzipan. Die Rezepte brachte Großvater Paul Wald 1939 aus Königsberg mit und eröffnete 1947 mit seiner Frau Irmgard die Manufaktur in Charlottenburg. Rund 200 verschiedene Pralinensorten hat Enkel Ralf heute im Sortiment, in Brot- und Herzform, gefüllt und ungefüllt, mit hochwertiger Schokolade oder Zuckerguss.

Wald Königsberger Marzipan Pestalozzistr. 54a, Charlottenburg, U2 Sophie-Charlotte-Platz, Mo.-Fr. 10-18.30, Sbd. 10-15.30 Uhr, Tel. 323 82 54, www.wald-koenigsberger-marzipan.de

Schöneberg: Schokolade aus der Ex-Gründerzeitapotheke

4. Der Eckladen von Natascha Kespy und Michael Schieben ist ein Schokohimmel auf Erden. In den Regalen, Schränkchen und Schubladen der ehemaligen Gründerzeitapotheke warten rund eintausend Schokoladen auf Genießer. Darunter sind immer wieder Neuheiten wie die Sorte "Sal de Ibiza". Zwanzig Bruchschokoladen und zehn Sorten Tafelwaren werden selber hergestellt. Renner ist die dunkle Variante mit Sauerkirschen. Im gemütlichen Cafébereich gibt es neben geschmacksstarker Trinkschokolade auch ein hochwertiges Kaffee-Angebot, Kuchen sowie Bio-Säfte.

Winterfeldt Schokoladen Goltzstr. 23, Schöneberg, U1, 2, 3, 4 Nollendorfplatz, Tel. 23 62 32 56, Mo.-Fr. 9-20, Sbd. 9-18, So. 12-19 Uhr, www.winterfeldt-schokoladen.de

Mitte: Maiblätter aus der Show-Manufaktur

5. In der Bonbonmanufaktur von Katja Kolbe und Hjalmar Stecher ist das ganze Jahr über Mai: Die Berliner Maiblätter sind in jedem Monat der Renner. In der Show-Manufaktur werden mehr als 30 Drops-Sorten nach alten Rezepten hergestellt, darunter auch exotische wie Kokosnuss-, Anis-Fenchel- oder Ingwer-Kreationen. Rund eine Stunde dauert der Prozess, bei dem nach altem Rezept aus Zucker, Wasser, Glukose, Zitronensäure und mehr die begehrten Lutschobjekte hergestellt werden - mehrere tausend Stück sind es pro Tag.

Bonbonmacherei Oranienburger Str. 32, Heckmann Höfe, Mitte, S1, 2, 25, Oranienburger Straße, Mi.-Sbd. 12-20 Uhr, Tel. 44 05 52 43, bonbonmacherei.de

Tegel: Zweite Wahl, aber äußerst günstig

6. Pralinen und Trüffel made in Berlin kommen aus dem Norden der Stadt, aus Tegel. Sie werden, wie auch Schokotafeln oder Marzipanherzen, in Handarbeit hergestellt. Da passiert es auch, dass manches Stück etwas schief gerät oder die Größen nicht einheitlich sind. Diese Zweite-Wahl-Produkte werden bunt gemischt in 250-Gramm-Beutel gefüllt und beim Werksverkauf, einem Fenster im Flur der Produktionsstätte, für durchschnittlich 4,50 Euro angeboten.

Sawade Werksverkauf Wittestr. 26a, Tegel, U6 Holzhauser Straße, bis 5.4. Di.+Do. 10-16, Mi. 10-18 Uhr, sonst Di. + Do. 12-16 Uhr, Tel. 43 00 60

Wilmersdorf: Bitteres suchen, Feines finden

7. Hamanns Bittere Schokoladen haben in der Hauptstadt Tradition. 1912 legte Firmengründer Erich Hamann den Grundstein zum Erfolg. Einst gab es die rund 30 Tafelschokoladen und 60 verschiedenen Pralines in Geschäften Unter den Linden und in der Leipziger Straße. In der dritten Generation ist nun Enkel Andreas Chef im 1928 nach Bauhaus-Maximen eingerichteten Laden. Verkauft werden die Sorten, etwa Chili und Tee, aus klassischen alten Vitrinen. Zum wunderbaren Mitbringsel werden die Waren, wenn sie in den typischen Konfektschachteln mit blauer Schleife verpackt sind.

Erich Hamann Brandenburgische Str. 17, Wilmersdorf, U7 Konstanzer Straße, Mo.-Fr 9-18, Sbd. 9-13 Uhr, Tel. 873 20 85/86, www.hamann-schokolade.de

Tempelhof: Wenn dem Keks ein Zahn fehlt

8. Wahrscheinlich weiß es jeder seit seiner Kindheit: Der berühmte Leibniz Butterkeks hat 52 Zähne, falls nicht, handelt es sich nicht um das Original. Die Ausnahme findet sich, wenn überhaupt, nur im Bahlsen-Fabrikladen. Dort werden Süßgebäck-Produkte, mit und ohne Schokolade, Klassiker und Neues mit leichten Abweichungen, sowie Bruch- und Saisonware verkauft, die so nicht vom Handel akzeptiert werden. Die Zweite-Wahl-Ware gibt es zu entsprechend reduzierten Preisen. Außerdem kann man auch Erste-Wahl-Produkte erwerben. Diese dann jedoch zum normalen Ladenpreis.

Bahlsen Fabrikladen Oberlandstr. 52, Tempelhof, Bus 246, M46 Oberlandstraße/Germaniastraße, Mo.-Fr. 9-18, Sbd. 9-14 Uhr, www.bahlsen.de

Zehlendorf: Mit rosa Pfeffer oder Lavendel verfeinert

9. "Wir essen täglich Schokolade", sagen Marina Monteiro und Lebensgefährte Jascha Kappelmeyer. Sie bieten Süßigkeiten aus ganz Europa. In dem nur rund 20 Quadratmeter großen Zehlendorfer Laden, fast genau vor neun Jahren eröffnet, werden zu Ostern Blätterkrokant-Eier aus Frankreich gehandelt, finden sich Exoten wie Schokolade mit Oliven aus Spanien. Stammkunden schwören auf Schokolade aus Belgien, gewürzt mit rosa Pfeffer oder Lavendel.

Doçura Mexikoplatz 1, direkt im S-Bahnhof Mexikoplatz, S1 Mexikoplatz, Mo.-Fr. 9.30-18, Sbd. 9-15 Uhr, Tel. 81 46 13 33, www.docura-berlin.de