Kleine Entdeckungen

Phönix schlüpft am Bundesplatz

Kaum jemand weiß, was die grünliche Skulptur auf dem Bundesplatz in Wilmersdorf zu bedeuten hat. Umtost vom Verkehr der sechs Straßeneinmündungen steht sie unbeschildert neben Bänken im Süden des Platzes: vier Meter hoch und auf einem Betonsockel.

Ihr Äußeres wirkt rätselhaft, als sei sie vom Himmel gefallen oder aus dem Boden geschossen. Sie heißt "Phönix" und ist ein Werk des Berliner Künstlers Bernd Wilhelm Blank. 1968 wurde sie vom Tiefbauamt aufgestellt, als der Bundesplatz untertunnelt und neu gestaltet wurde. Ein bisschen Aufbruch und Hoffnung, ein bisschen Phönix. "Doch der Phönix meiner Skulptur ist immer noch im Werden", sagt der 77-jährige Blank, der seit 1960 in Wilmersdorf lebt, über seine Arbeit. "Er schlüpft gerade aus seinem Ei, eine Schwinge ist schon fertig, die andere noch nicht."

Das Modell hat Blank entworfen, gebaut wurde Phönix in der Kunstschlosserei Noack in Neukölln, zusammengeschweißt aus Bronzeblech und Stangenmaterial. Das Vogelmotiv hat Blank durch die Namen der Anlage assoziiert: Der frühere Kaiserplatz heißt seit 1950 Bundesplatz. Der Adler sei schon zu Kaiserzeiten ein Hoheitssymbol gewesen, und er spiele heute noch eine große Rolle als Bundesadler, sagt Blank.