Best of Berlin

Erst die Kunst, dann der Kuchen

Charlottenburg: Zur Pause ins Literaturhaus

1. Wer Kassendienst hat, ist auch gleichzeitig für den Museumsshop zuständig. Denn viel Platz ist nicht im kleinen Foyer des Privatmuseums. Trotzdem kann man Bücher, auch antiquarische, Postkarten, Poster, Repros oder, für nur einen Euro, hübsche Papiertüten mit Käthe-Kollwitz-Motiven erstehen. Ein Café gibt es nicht. "Wir schicken unsere Besucher nebenan ins Literaturhaus-Café, es gibt ein kleines Tor zum Nachbargrundstück", erzählt eine Mitarbeiterin. Wer seinen Ausstellungsbesuch dann fortsetzen will, kann dies tun, ohne noch einmal Eintritt zu zahlen.

Käthe-Kollwitz-Museum Fasanenstr. 24, Charlottenburg, U1 Uhlandstraße, tägl. 11-18 Uhr, Tel. 882 52 10, Literaturhaus-Café: Fasanenstr. 23, tägl. 9.30-1 Uhr, Tel. 882 54 14

Zehlendorf: Das Süppchen kocht die Chefin selbst

2. Architektur- und Designfans müssen sich sputen. Am 12. Februar endet die "Graft Architects"-Ausstellung. Aber auch im unabhängig vom Museum zu besuchenden Café kann man sich an kleinen, neuen Designelementen erfreuen, so an der rundlaufenden weißen Sitzbank aus schmalen Hölzern. Die neue Chefin, Jutta Goller, sorgt zudem für täglich frisch gelieferten Kuchen. Zwei Quiches, eine davon vegetarisch, gehören ebenfalls zum Angebot, ebenso wie täglich ein Süppchen - hausgemacht von der Chefin persönlich.

Café am Waldsee Haus am Waldsee, Argentinische Allee 30, Zehlendorf, S1 Mexikoplatz, U3 Krumme Lanke, Mi.-So. 12-18 Uhr, Tel. 801 89 35, www.hausamwaldsee.de

Wannsee: Mit Wasserblick und Zimttörtchen

3. "Im Winter verpassen Sie leider die schönste Attraktion, die Terrasse unseres Cafés", sagt der freundliche Herr an der Kasse. Womit er Recht und Unrecht hat. Die Terrasse mit ihren rund 80 Plätzen und Traumblick auf Liebermanns Garten und den Wannsee ist magisch. Doch auch im SB-Café Max lohnt die Pause beim Ausstellungsrundgang: Parkett, weiße Bestuhlung, Wannseeblick durch große Fenster, Kuchen und Torten von einer Bio-Vollkorn-Bäckerei. Frisch aufgebacken werden die Zimtbrötchen. Nach ihnen duftet das ganze Café.

Café Max Liebermann-Villa, Colomierstr. 3, Wannsee, S1 Wannsee, dann Bus 114 bis Liebermann-Villa, Mi.-Mo. 11-17 Uhr, Tel. 80 49 84 33, www.liebermann-villa.de ; Café nur mit Museumsticket zu erreichen

Dahlem: Zur Kalbshaxe die Souvenirs

4. Filztiere aus Kirgisistan, ein Buddha-Stempel oder ein Armreif aus Laos? All das und mehr bietet der Museumsshop der Dahlemer Museen neben Ausstellungskatalogen. Ebenfalls im Eingangsfoyer kann man, ohne Eintritt, im SB-Café bei Kaffee und Kuchen pausieren. Im Untergeschoss betreibt "esskultur" auch noch ein Restaurant mit 100 Plätzen, eigenem Eingang, Lesebühne und originellen Kunst-Vitrinen, etwa zum Thema Butterstulle. Da gibt es ein à-la-carte-Angebot mit Spinat-Ricotta-Tortellini, Gemüsequiche und Kalbshaxe. Beim Gemüse wird auf Bioqualität gesetzt.

Esskultur Museen Dahlem, Lansstr. 8, Dahlem, U3 Dahlem-Dorf, Tel. Café Di.-So. 12-18 Uhr, Restaurant tägl. 11.30-16 Uhr, Tel. 830 14 33

Charlottenburg: Kaffee und guter badischer Wein

5. Eines Tages einmal ein Museumscafé-Pächter zu sein, hätte sich Robert Gravemann nicht in seinen kühnsten Träumen vorgestellt. Seit November aber bewirtschaftet der Vertreter für badische Weine den großen Raum gegenüber dem Museumsshop: Parkett, weißes und schwarzes Mobiliar, ein Weinregal und ein Kaffeeautomat. Den bedient der Chef persönlich. Sein ganzer Stolz aber sind die Weine: Gute Tropfen von Zeller Abtsberg. Immer im offenen Ausschank sind ein Müller-Thurgau und ein Grauburgunder. Man kann sich vom vielen Kunstgenuss auch bei einem Fläschle ausruhen.

Café im Museum für Fotografie Jebensstraße 2, Charlottenburg, S5, 7, 9, 75, U9 Zoologischer Garten, geöffnet Di.-So. 11-18, Do. bis ca. 20/20.30 Uhr, Tel. 27 87 44 90

Kreuzberg: Faible für Lila, Weiß und Grau

6. Fürs Stöbern gibt es den Museums- und Büchershop mit Fundstücken wie "Unter den Linden"-Kühlschrank-Magneten oder Mini-Silhouetten von Berlin. Das Museumscafé Dix, betrieben vom Integrationsunternehmen Mosaik-Services, ist ein angenehm-urbaner Ort zum Verweilen, den auch viele englischsprachige Kulturgänger aufsuchen. Es gibt einen separaten Eingang. Auf der umfangreichen Speisekarte stehen etwa Salat mit Lachs, Folienkartoffeln, Sülze, vegetarische Maultaschen, Germknödeln und Champagner. Das Faible der Einrichter für Lila, Weiß und Grau ist übrigens unübersehbar.

Café Dix Berlinische Galerie Alte Jakobstr. 124-128, U1 Hallesches Tor, U6 Kochstr. /Hallesches Tor, U8 Moritzplatz, Mi.-Mo. 10-19 Uhr, Tel. 84 85 69 55

Tiergarten: Frühstück auf klassischen Freischwingern

7. Wenn schon Bauhaus, dann komplett. Der Museumsshop bietet Bauhaus-Design in Form von Leuchten über Schachspiele bis zu Eierbechern. Im SB-Café sitzt man auf den sogenannten Freischwingern. "Unsere Klassiker sind Karotten-Nuss- und Käsekuchen", sagt Chefin Magdalena Dobrowolska über die Favoriten der Besucher. Seit zwei Jahren betreibt sie mit ihrem Lebensgefährten das Café, das sich zudem zu einem beliebten Lunch-Treff und zur Frühstücksadresse entwickelt hat.

Café im Bauhaus-Archiv Klingelhöfer Str. 14, Tiergarten, U1, 2, 3, 4 Nollendorfplatz, Buslinien 100, M29, 187 und 106, Haltestelle Lützowplatz, Mi.-Mo. 10-17 Uhr, Tel. 25 40 02 62

Moabit: Großer Bahnhof für Sarah Wiener

8. "Küss die Hand, gnä' Frau." Der neue Restaurantleiter Christian Hamerle ist ein Wiener mit perfekten, altmodischen Manieren. Künftig wird er die Gäste platzieren. Sarah Wieners Café im Hamburger Bahnhof ist nicht nur für Ausstellungsgänger ein beliebter Treff. Am Wochenende einen der 120 Plätze zu bekommen ist gar nicht so einfach. Die Küche gibt sich ebenfalls österreichisch: Kaspresssuppe, Wiener Schnitzel, Engadiner Nusstorte, Brettljause. Im schönen Kaffeehaus soll demnächst eine Schach- und Backgammon-Spielecke eingerichtet werden. Zudem will man das Weinangebot vergrößern und ein Tagesmenü unter 15 Euro anbieten.

Sarah Wiener im Hamburger Bahnhof Invalidenstr. 50-51, Tiergarten, S5, 7, 9, 75 Hauptbahnhof, Tel. 70 71 36 42

Mitte: Bagels für Fans der Ramones

9. Erst mal ins Café, dann ins Museum. Vor sieben Jahren hat Musikjournalist Flo Hayler seine Pilgerstätte für Ramones-Fans eröffnet. Es ist das weltweit einzige Museum für die US-amerikanische Band, die den Punk erfand. Um in die Welt von Joey Ramone & Co. einzutauchen, macht man es sich am besten erst einmal in der Fifties-Wohnzimmer-Café-Bar names Café Mania gemütlich, wo man bereits bei gutem Kaffee, Kuchen, Muffins, Brownies und Bagels, die täglich von Barcomi's geliefert und hier belegt werden, manches Exponat bewundern und in Merchandising-Artikeln stöbern kann.

Café Mania im Ramones Museum Krausnickstr. 23, Mitte, S1, 2, 25 Oranienburger Straße, 12-20, Fr.+Sbd. 12-22 Uhr, Tel. 75 52 88 89, ramonesmuseum.com