Ausflugstipp

Durch Zilles Kiez bis zum ältesten Haus Charlottenburgs

Der Ausgangspunkt unseres Spaziergangs ist der S-Bahnhof Westend. Er entstand 1880 als Anschluss für die Villenkolonie Westend. Das backsteinerne Bahnhofsgebäude wird heute von verschiedenen Firmen und einer Weinhandlung genutzt. Der Zugang zum Bahnsteig erfolgt über zwei Pavillons aus Eisen und Glas.

Wir gehen den viel befahrenen Spandauer Damm (75 000 Fahrzeuge täglich) entlang und biegen rechts in die Sophie-Charlotten-Straße ein. An der Hausnummer 88, Ecke Seelingstraße, steht das Haus, in dem der Künstler Heinrich Zille von 1892 bis zu seinem Tod 1929 in einer Drei-Zimmer-Wohnung gelebt und gearbeitet hat. Im Lokal "Pinselheinrich" im Erdgeschoß wird an den populären Künstler erinnert.

Die restaurierten Altbauten mit ihren schönen Stuckfassaden in der Seelingstraße erinnern an die Blütezeit der damals noch selbstständigen Residenz-Industriestadt Charlottenburg. In der Danckelmannstraße geht der Weg an der ehemaligen Engelhardt-Brauerei - heute ist hier ein Gewerbehof untergebracht - vorbei zum Klausener Platz. Dienstag und Freitag findet hier ein Wochenmarkt statt. Mitten auf dem Platz gibt es einen Spielplatz. Der mächtige Kloster- und Kirchenbau aus dem Jahr 1932 an der Südseite beheimatet die Gemeinde des Kamillianordens. Die Kirche reicht bis zur dritten Etage. Darüber liegt ein Seniorenheim. In der Neufert-, der Nehring-, und der Neuen Christstraße zeigt sich das quirlige Leben des Klausener-Kiezes. Die Schloßstraße ist sozusagen der Boulevard der Gegend mit seiner breiten Mittelpromenade und dem unter alten Bäumen liegenden breiten Kiesweg. Die Mietshäuser haben breite Vorgärten. Hier gibt es eine Reihe von Lokalen mit Schankgärten.

An der Schustehrusstraße liegt der Schustehruspark mit einem Spielplatz. Hinter der Kaiser-Friedrich-Straße ist es nicht weit zum Gierkeplatz. Die barocke Parochial-Kirche wurde 1712 bis 1718 erbaut. 1826 ergänzte Schinkel den quadratischen Turm im Biedermeierstil. Danach erfolgte die Umbenennung in Luisenkirche, nach der verstorbenen Königin. An der Gierkezeile 39, nur einige Meter vom Platz entfernt, liegt das älteste Schulhaus Charlottenburgs von 1785/86, 1798 um drei Achsen erweitert. Seit 1979 befindet sich dort die Landesstelle gegen Suchtgefahren. An der Schustehrusstraße 13 liegt das älteste noch erhaltene Wohnhaus Charlottenburgs. Es gehört zum Heimatmuseum und wurde vom Keramikmuseum angemietet. Auf einer Stele wird die Geschichte des Baus erläutert. Geradeaus weiter geht es hinter der Wilmersdorfer Straße zum Richard-Wagner-Platz, dem Ziel unseres Ausflugs.