Ausflugstipp

Mit der Fähre zum Rundgang durchs Dorf Kladow

Zu den schönsten Wegen nach Kladow zählt die Route mit der BVG-Fähre 10 ab Wannsee, die zur vollen Stunde abfährt. Die letzte fährt im Winterfahrplan um 18 Uhr, sonntags leider schon um 16 Uhr. In rund 20 Minuten geht es über den Großen Wannsee in das Dorf Kladow. Gegenüber der Anlegestelle liegt die unbewohnte Insel Imchen, ein Natur- und Vogelschutzgebiet, in dem viele Reiher und Kormorane nisten. Im "Kladower Hafen" mit seiner Marina informiert eine Stele über die Geschichte des einstigen Bauern- und Fischer-Dorfs, das 1267 als Clodow erstmals erwähnt wurde.

In nördlicher Richtung verläuft die Imchenallee - ein Teil des Spandauer Uferwanderwegs - an einer Grünanlage in eine Senke vorbei. Mit geübtem Blick lassen sich noch Spuren des ehemaligen Kurz-Golfplatzes entdecken. Im Haus mit der Nummer 17 wohnte in den 20er-Jahren der Flugzeug- und Tropfenwagen-Konstrukteur Edmund Rumpler mit seiner Familie. Hinter dem Tor am Ende der Imchenallee beginnt der Gutspark Kladow. Hier lebte die Mutter des Reichskanzlers Otto von Bismarck, Luise Mencken. In den 30er-Jahren war hier in Baracken die berüchtigte Legion Condor der deutschen Wehrmacht stationiert. Im Gutshaus öffnet am Wochenende das "Café Luise". In dem Haus finden auch Kulturveranstaltungen und Ausstellungen statt.

Wir gehen in östlicher Richtung durch den von Peter Joseph Lenné gestalteten Park. Die Neukladower Allee entlang hinter dem Kladower Damm beginnt der sogenannte Kohleweg. Während der Berlin-Blockade in den Jahren 1948 und 1949 verkehrte hier eine Lorenbahn, die das Brennmaterial vom Flugplatz Gatow an die Havel zu Lastkähnen transportierte, die die Berliner Kraftwerke versorgten.

Am Golfplatz des einst von britischen Alliieren gegründeten Golfklubs Gatow vorbei geht es auf dem Eichelmatenweg durch die unter Schutz stehende Kladower Feldflur und die in den 50er-Jahren erbaute Finnenhaussiedlung zum Einkaufszentrum "Cladow Center". Der historische Ortskern liegt ein kurzes Stück weiter an der Kirche und der Straße Alt-Kladow. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten einzukehren. Gegenüber der Kirche steht das "Bürgerhaus", das vom Kladower Forum, einem Kulturverein, betrieben wird. Links neben der Kirche weist eine Tafel auf den ältesten Baum des Dorfes hin. Am Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Kladower hinter der Kirche legen Feuerwehr und Männergesangsverein am Totensonntag Kränze nieder. Über Alt-Kladow und Rohrsängersteig ist von hier aus in wenigen Minuten wieder die Fähre erreicht, die jeweils zur halben Stunde ablegt.