Best of Berlin

Aber bitte mit Tofu

Am Freitag beginnt die Grüne Woche. Die grüne Küche dazu gibt es in den vegetarischen Restaurants der Stadt. Viel Gemüse, viel Salat, aber garantiert kein Fleisch - eine Auswahl

Kreuzberg: Der Gyros wird aus Soja zubereitet

1. Steffen Weigel ist der Ex-Geschäftsführer des ersten veganen Restaurants in Berlin, dem La Mano Verde. Seit Sommer 2010 praktiziert er nun in seinem eigenen Restaurant Viasko den Vorsatz: vegan leben. Auf der Karte der Restaurant-Bar-Kneipen-Location unweit des Landwehrkanals finden sich Gemüsegerichte wie Wirsing-Blätterteigstrudel mit Steinpilzsauce oder der Gyros-Teller, dessen Gyrosfleisch aus Soja zubereitet wurde. Das Gemüse stammt größtenteils vom brandenburgischen Bio-Hof "Teltower Rüben".

Viasko Erkelenzdamm 49, Kreuzberg, U1 Prinzenstraße, Mo.-Fr. ab 17 Uhr, Küche bis 23 Uhr, Sbd.+So. ab 11 Uhr, bis 15 Uhr Brunch, dann à la Carte, Tel. 88 49 97 85, viasko.de

Prenzlauer Berg Ein Burger schmeckt auch vegetarisch

2. Abgesehen von der Boulette hat ein Burger viele vegetarische Bestandteile: das Brötchen, das Salatblatt, die Scheibe Tomate. Mit Pommes frites kommt eine Knolle aus dem Erdreich hinzu. Doch eben um den Klops geht es. Der muss nicht aus Rind oder Schwein bestehen. Das beweist das vor rund zwei Jahren eröffnete Fastfood-Restaurant an der Lychener Straße. Anderthalb Dutzend Burger gibt es. Vom Chicken- bis zum Schnitzel-Burger (ohne Pommes unter fünf Euro) statt aus Fleisch, als Tofu- und Sojabratling.

Vego Foodworld Lychener Str. 63, Prenzlauer Berg, S8, 41, 42 Schönhauser Allee, tägl. 12-23 Uhr, Tel. 30 34 79 75

Neukölln Spezialität sind die Bagels

3. Salgado ist portugiesisch und bedeutet salzig. Ein halbes Dutzend Bagels für je 3,50 Euro, belegt etwa mit Seitan-Salami, findet man in dieser Rubrik auf der kleinen Speisekarte des in Weiß gehaltenen Café Vux. Vux klingt wie Fuchs und das ist eine beabsichtigte Wortspielerei. Denn Tiere werden hier geschont, gekocht wird vegetarisch. So gibt es auf der Tageskarte ein bis zwei Suppen, wie eine Pastinakensuppe, oder Quiches.

Café Vux Richardstr. 38, Neukölln, U-Bahnhof Karl-Marx-Straße, Mi.-Sbd. 12-19, So. 12-18 Uhr

Mitte Gerichte aus dem Südosten Asiens

4. Thailand- und Vietnam-Urlauber kennen die frischen Landesküchen: Knackiges Gemüse und exotische Kräuter sind ein Muss. Darauf hat sich auch das einfach eingerichtete, vor rund zehn Jahren eröffnete und mit einem Dutzend Tischen ausgestattete Restaurant unweit der Britischen Botschaft und des Hotel Adlons fokussiert. Ob Glasnudelsalat, Frühlingsrollen oder Sate-Spieße - Hauptgerichte 9,50 bis 12,50 Euro - alles wird vegetarisch und mit Tofu zubereitet.

Samâdhi Wilhelmstr. 77, Mitte, S1, 2, 25, U 55 Brandenburger Tor, tägl. 12-23 Uhr, Tel. 22 48 88 50, samadhi-vegetarian.de

Charlottenburg Vegetarisch, vegan und ayurvedisch

5. Fleisch, Fisch, Ei: Darauf verzichtet die kleine offene Küche. Angeboten wird die ayurvedische Gemüseküche Indiens, und das schon seit rund 20 Jahren. Zu den Klassikern gehört das südindische "Masala Dosa" - dahinter verbirgt sich ein knuspriger, mit einem würzigen Gemüse-Kartoffel-Mix gefüllter Reismehlfladen, der mit Kokoschutney angerichtet wird. Den gibt es für 5,50 Euro und auch sonst sind die Hauptgerichte, auf Wunsch vegan, in dem mit Holz- und Korbstühlen eingerichteten Inder mit maximal 7,50 Euro äußerst günstig. So auch der Sonntagsbrunch für 8,50 Euro (bis 20 Uhr). Im Hof kann man einen Tempel bestaunen.

Satyam Goethestr. 5, Charlottenburg, S5, 7, 9, 75 Savignyplatz, tägl. 11.30-24 Uhr, Tel. 31 80 61 11, mysatyam.de

Kreuzberg Lunchbuffet für jeden Hunger

6. Man muss schon ein bisschen Schlange stehen, wenn man mittags das Lokal am Mehringdamm besuchen möchte. Doch dadurch hat man mehr Zeit, die Köstlichkeiten des vegetarischen Buffets am gläsernen Bestelltresen in dem mit hübschen alten Möbeln eingerichteten Deli zu begutachten. Aus 16 Gerichten kann man einen Teller mit zwei, drei oder vier schön angerichteten Speisen (4,50 bis 7,50 Euro) auswählen. Etwa Linsenauflauf, gefüllte Paprikaschoten, Spinat mit Penne, Basmatireis mit Safran oder Sojabohnenauflauf. Dienstags und freitags wird zudem ein Fisch-Teller mit Zweierlei vom Büffet und Salat für acht Euro angeboten.

Seerose Mehringdamm 47, Kreuzberg, U6, 7 Mehringdamm, Mo.-Sbd. 9-24, So 12-23 Uhr, Tel. 69 81 59 27, www.seerose-berlin.de

Westend Bio-Kost im tibetischen Zentrum

7. Natürlich gibt es in der Lotus Lounge Lotus-Tee, aber auch frischer Ingwer-Zitronen- und Yogitee werden angeboten. Das Café-Restaurant im tibetisch-buddhistischen Zentrum in Charlottenburg ist schon am frühen Mittag gut besucht. Kein Wunder: Das gute Dutzend Tagesgerichte wird frisch zubereitet und setzt vorrangig auf Bio und Regionalität. Spinatlasagne mit Rote-Bete-Sauce, Kräutersaitling oder Möhren-Kürbis-Puffer kosten maximal zwölf Euro. Das Interieur, rosa-weiß eingedeckte Tische und eine in Rot gehaltene große Lounge sorgen zudem für gute Stimmung. Geordert wird am Tresen.

Lotus Lounge Soorstr. 85, Westend, S 41, 42, 46 Westend, Mo.-Sbd. 12-19 Uhr, Tel. 23 25 50 65, lotus-lounge.de

Kreuzberg Fastfood ganz ohne Fleisch

8. Fastfood ist alles andere als ungesund. Zumindest dann nicht, wenn auf gute Qualität geachtet wird. Seit nunmehr acht Jahren beweist dies die erste vegetarisch-vegane und biozertifizierte Fastfood-Station, ein farbenfrohes Imbiss-Restaurant im Hochparterre. Burger dominieren die Karte. Hawaii-Burger, Chicken-Cheese-Burger, Spinat-Käse-Burger. Alles ist garantiert fleischfrei. Das gilt auch für die Seitan-Currywurst oder die Gyrospfanne aus Soja-Geschnetzeltem mit Tsatziki. Beides ist vegan und mit Pommes Frites aus Bio-Kartoffeln abgerundet.

Yellow Sunshine Wiener Str. 19, Kreuzberg, U1 Görlitzer Bahnhof, So.-Do. 12-23, Fr.+Sbd. 12-24 Uhr, Tel. 69 59 87 20, yellow-sunshine.com

Friedrichshain Hier gibt es den veganen Döner

9. Wie nennt man einen veganen Döner? Vöner. Der basiert auf Seitan, Gemüse und Gewürzen, wird täglich frisch gekocht, als Klops aufgespießt, in den Grill gestellt und bei Bestellung wie an der Döner-Bude runtergeschnitten. Angefangen hat das Vöner-Team mit dem Wagenburger, einem Getreide-Gemüsebratling im Fladenbrot, den es auf Festivals aus einem Wagen heraus verkauft hat. Auch der Wagenburger wird seit rund vier Jahren in dem kleinen Imbiss angeboten. Außerdem Seitan-Currywurst, Seitan-Nuggets, Pommes, fast alles bis auf ein Dressing und ein Käse-Topping vegan, in jedem Fall aber vegetarisch.

Vöner Boxhagener Str. 56, Friedrichshain, S3, 5, 8, 9, 41, 42, 75, 85 Ostkreuz, tägl. 12-23 Uhr, Tel. 99 26 54 23