Ausflugs-Tipp

Älter als Berlin: Einmal um die Altstadt Spandau

Los geht unser Rundgang am Rathaus Spandau mit seinem U-Bahnhof. Auch die Anreise zum S-Bahnhof Spandau bietet sich an. An der Brücke der Carl-Schurz-Straße über den Stadtgraben gegenüber der Stadtbücherei stand bis ins 19. Jahrhunderts das Potsdamer Tor.

Es wurde abgerissen, nachdem der Festungsstatus der Stadt Spandau aufgehoben worden war. Wir folgen dem Stadtgraben in nördlicher Richtung und biegen dann in die Jüdenstraße ein. Hinter der Brücke geht es wieder links ins Viktoria-Ufer. Dort, in den Resten der Stadtmauer, befinden sich Remisen, die von Künstlern genutzt werden. Der Backsteinbau an der Ecke Moritzstraße beheimatet die Spandauer Musikschule. Schräg gegenüber, leicht versetzt, setzt sich das Viktoria-Ufer fort, gesäumt von einem Mix aus Neubauten und restaurierten Altbauten. An der Einmündung der Jüdenstraße enden beide Straßen in einem Wendekreis. Das angrenzende Schulgebäude war bis 1972 das Kant-Gymnasium (1853 als Lateinschule gegründet), heute ist ein Theater sowie ein Nebengebäude der Freiherr-vom-Stein-Oberschule untergebracht.

Wir überqueren die Straße Am Juliusturm und biegen in den Hohen Steinweg, an dem ein zweiter restaurierter Rest der alten Stadtmauer steht. Wir sind im Kolk, dem ältesten Siedlungsgebiet Spandaus, in dem früher überwiegend Fischer lebten. In den Grundbüchern vieler Häuser ist hier noch heute das kurfürstliche Fischereirecht verbrieft. Die meisten der Gründerzeit-Häuser am Möllentordamm haben zum Stadtgraben beziehungsweise zur Havel hin Gärten und Bootsstege. Die restaurierte ehemalige Kirche St. Marien, die die Silhouette des Kolks prägt, wird heute nur noch als Veranstaltungsort genutzt. Im Kolk gibt es bemerkenswerte Altbauten wie beispielsweise die "Alte Kolkschenke" von 1743 (Kolk 3).

An der Einmündung des Möllentordamms gibt es einen Durchgang zur Spandauer Schleuse. Der Neubau wurde 2002 in Betrieb genommen. Gegenüber befindet sich die mächtige Zitadelle mit dem Juliusturm.

Wir folgen dem Uferwanderweg Richtung Süden und unterqueren die Brücke der Straße Am Juliusturm. Auf dem breiten Grünstreifen erinnert ein Mahnmal an die jüdische Synagoge, die am Lindenufer 12 stand. Dahinter liegt ein großer Spielplatz. Hinter der Charlottenbrücke gibt es Anleger von Fahrgastschiffen. Wir biegen am Seniorenklub in die Mauerstraße ein, an der ebenfalls Reste der ehemaligen Stadtbefestigung erhalten sind. An der Mauerstraße 6 gehen wir am Kulturhaus vorbei. Die Mauerstraße entlang bis zur Carl-Schurz-Straße kommen wir zum Ausgangspunkt des Rundgangs zurück.