Kleine Entdeckungen

Mühlenhaupts Hofkünstler

Durch diesen Hinterhof sind so manche Arbeiter gelaufen: Zu Kriegszeiten Bierbrauer, später Fernsehgerätebauer. Zeitweilig war er nur Lagerstätte. Mitte der 90er-Jahre zogen Künstler und Theatermacher ein.

Das Hofleben an der Fidicinstraße 40 - kurz "F40" - ist vielfältig und lebendig und andernorts selten geworden. Denn Investoren bringen Veränderung: Meist verschwinden bei Sanierungen typisch-beschauliche Plätze, gemütliche, billige Hinterhofkneipen weichen Clubs zum Chillen, Fabrikgelände werden zu Ärztehäusern. Ein solcher Investor war Kurt Mühlenhaupt nicht. Der Künstler hatte das Gelände an der "F40" Ende der 1980er-Jahre gekauft, um seine Idee von einem Künstlerhof zu verwirklichen und Standort für Ateliers nebst Galerie zu schaffen. Finanziell weniger erfolgreichen Kollegen stellte er für geringe Miete Arbeitsräume zur Verfügung. Den Maler selbst verschlug es später ins Havelland, wo er 2008 verstarb. Sein Berliner Künstlerhof blieb. Außer dem "English Theatre Berlin" zogen der Bildhauer Maximilian Verhas und die Malerin Anette Gössl ein. Die berühmten Zwerge Mühlenhaupts stehen noch. Sie wirken wie ein steinernes Begrüßungskomitee und erinnern die Mieter an ihren Auftrag, einfach Kunst zu machen.