Film: A Letter to the Future

Man hofft eben

Einer der häufigsten Neujahrswünsche lautet, dass die Dinge nicht schlechter werden. Die 64-jährige Kubanerin Miriam dagegen hofft in dieser Langzeitdoku, dass sie besser werden mögen.

Zwei Lebensjahre und eine Stunde Film später zieht sie indes eine magere Bilanz: Die Wasserversorgung sei nun viel effektiver organisiert. Das Wasser fließe jetzt praktisch den ganzen Tag.

Langzeitdokus bedienen ein menschliches Grundbedürfnis; man will doch wissen, "wie es weiter geht". Selten aber sind sie so frustrierend wie hier bei Renato Martins, der von 2008 bis 2010 verschiedene Bewohner Havannas vor seine Kamera brachte und ein wenig über ihr Leben plaudern ließ. Obwohl er schamlos Wenders' "Buena Vista Social Club"-Bilder zu kopieren versucht, ist sein Ergebnis von erstaunlicher Langeweile. Was nicht an den Protagonisten liegt. Vielmehr scheint Martins nie richtig zu wissen, was er sie fragen soll. Statt zu klagen, flüchten sie sich in Plattitüden, bekennen sich tapfer zum Dableiben. Sowohl diese Menschen als auch das Land in seiner Fidel-Agonie hätten ein aufschlussreicheres Beobachten verdient.

Dokumentation: Kuba 2011, 91 Min., Min., von Renato Martins

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