Kleine Entdeckungen

Mit grobem Hammer und großem Schwung

"Kling. Kling", schallt es aus dem alten Haus. Es riecht nach Rauch, und wer das Gebäude am Richardplatz 28 betritt, hört Hämmern, dann Rascheln und Kratzen. Martin Böck schiebt Kohlen ins Feuer, der Abzug faucht.

Der 40-Jährige steht in der Rixdorfer Schmiede. Aus einer Urkunde weiß man, dass an diesem Ort schon im Jahr 1624 geschmiedet wurde, das Haus selbst ist mehr als 150 Jahre alt.

Böck schmiedet einen Nagel, so wie damals. Er hält ein Stück Metall in die Flamme, bis es glüht. Dann legt er das heiße Eisen auf den Amboss und klopft es dünn. Noch ist es zu lang für einen Nagel. Er legt die dünne Stange auf den "Abschrot", das ist eine Art umgedrehtes Messer, damit klopft er weg, was er nicht braucht. Schließlich hämmert er den Nagel, bis er vorn spitz ist. Die andere Seite staucht er zusammen, so bekommt der Nagel einen Kopf.

Martin Böck ist Schneidwerkzeugmechanikermeister und Messerschmied. Er hat sein Unternehmen in der Rixdorfer Schmiede. Ein zweites Unternehmen führt dort Gabriele Sawitzki. Sonst gibt es kaum noch Schmiede in Berlin. Aufträge bekommen sie von der öffentlichen Hand, Vereinen und Privatleuten. Wer beim Schmieden zugucken oder ein Messer schleifen lassen will: Sonntags von 14 bis 17 Uhr ist für Zuschauer geöffnet.