Kleine Entdeckungen

Wallfahrt zu Otto Dix

Die Kirche Maria Frieden in Mariendorf ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes: Sie ist die einzige katholische Wallfahrtskirche in Berlin, und ihre Architektur mit dem zeltartigen Dach wirkt auch nach mehr als 40 Jahren noch modern.

Entworfen wurde sie von dem Architekten Günter Maiwald, 1967 war Grundsteinlegung. Die abstrakten Altarfenster mit umlaufendem Fensterband geben dem Innenraum mit 18 Meter Deckenhöhe an seiner höchsten Stelle Farbe und Licht. Die Orgel - über eine freistehende Wendeltreppe zu erreichen - besitzt 2000 Pfeifen. Die größte Besonderheit befindet sich in einem Nebengelass, der Marienkapelle: ein Altar-Triptychon des Malers Otto Dix (1891 bis 1969). Es ist zur Sicherheit in einem verglasten Gehäuse untergebracht. Dix hatte das Bild "Madonna vor Stacheldraht und Trümmern" 1945 in französischer Kriegsgefangenschaft für die Kapelle des Lagers in Colmar geschaffen. Rechts und links von der Madonna mit Jesuskind auf dem Arm sind die Apostel Petrus und Paulus zu sehen. Das Triptychon (1,11 mal 1,64 Meter groß) galt lange als verschollen. 1987 tauchte es in Köln auf, wurde vom Land Berlin für 650 000 Mark erworben und kam 1988 schließlich als Dauerleihgabe in die Kirche an der Kaiserstraße.