Kleine Entdeckungen

Das Teehaus im Tiergarten

Wie schrieb Bertolt Brecht einmal so treffend: Bleibt alles anders. In der Stadt, die sich laufend neu erfindet, geraten altbekannte Orte in Vergessenheit und dürfen neu entdeckt werden. Darum auf in den Großen Tiergarten.

Der ist zwar um diese Zeit weitgehend entlaubt, kannte es aber schon schlimmer: Zu Ende des Zweiten Weltkrieges war der Baumbestand des Berliner "Central Parks" - übrigens die größte innerstädtische Grünanlage Europas - durch Kriegseinwirkungen und Feuerholzbedarf großflächig vernichtet. Die Wiederaufforstung begann 1949. Großzügige Schützenhilfe leisteten hierbei die gartenbaukundigen Briten. Die alliierte Besatzungsmacht vermittelte mehr als 5000 Gewächse, gespendet von britischen Gartenliebhabern. Gekrönt wurde diese Goodwill-Aktion durch die Anlage des "Englischen Gartens" und den Bau eines "Parkhauses", das Herbert Noth 1953 mit Schilfdach errichtete. Unter dem Namen "Teehaus" lockt der Ort als Restaurant, Café und Biergarten zu jeder Jahreszeit Besucher an, im Sommer mit abwechslungsreichem Konzertprogramm.